Voran gestellt …
Welchen Anspruch will ich mit diesem Text verfolgen?
Nun, es ist einer unter vielen, die ich diesem Problem gewidmet habe oder noch widmen werde.
Es ist mir nicht gegeben, das Krebsproblem im Ganzen zu sehen, und ich kann es als Mensch daher nicht im Ganzen lösen, noch es für mich alleine lösen, denn es ist ein gemeinschaftliches Problem, und fordert von mir, den Gemeinsinn zu entwickeln, den ich bereits entwickelt habe, und diesen wieder in Gebrauch zu nehmen, soweit ich ihn entwickelt hatte, und Neues in diesem Gemeinsinn und im Sinne eines Gemeinschaftlichen zu entwickeln, das mir noch vorangestellt ist. Und vorangestellt sein meint, dass ich mich in Zukunft anders bewegen werde, als ich mich bisher bewegt habe, und in dieser anderen Bewegung etwas finden werde, das mir bisher verschlossen war, und es doch auf meinem Weg liegt insofern, als mein Weg ein vielkurviger ist, und mich hierhin und dorthin führt, und so manche Gebiete streifen lässt, die sich mir hier und heute als neu darstellen.
Das ist nun nicht alles und doch mag es vorläufig genügen, um mir über meinen eigenen Anspruch klar zu werden als einem begrenzten, und im richtigen Begrenzen dieses Anspruchs mag ich ein Gutes tun und mir den Erfolg bescheren und ihn in meiner Arbeit an mir selbst und mit Menschen zusammen finden, und ein Befriedigtsein darin erlangen, wenn auch kein komplettes.
Und einen weiteren Anspruch möchte ich aufgeben und mir klar machen, dass er aufzugeben ist, nämlich den, dass alles, was mit dem Krebsproblem zusammenhängt, im Denken erfasst werden könne. Denn es kann in ein Begriffliches oder Symbolisches nicht gefasst werden, weil ein Vieles nicht im menschlichen Begreifen zu erfassen ist, und das hängt mit dem Krebsproblem unmittelbar zusammen.
Und so mag ich mich davon lösen, alles und jedes in Sprache zu fassen, und mit der Sprache zu sezieren, und im Sezieren ein Auseinandernehmen dessen zu bewerkstelligen, was nicht auseinander genommen werden sollte, wie es zum Beispiel die menschliche Beziehung ist, die weit über eine sprachliche Gemeinschaft hinausgeht, und die weit mehr einschließt, als sprachliche Gemeinschaften umschließen und erfassen können. Und so ist es auch mit der Natur des Menschen, die eine ‘Übernatürliche’ auch ist, und eine Übernatürliche sein wird, wenn der Mensch sich dessen bewusst wird und in sein Bewusstsein aufnimmt, dass seine Natur der Natur des Ganzen entstammt, und die Natur der Welt ausdrückt, und d i e Natur einschließt, die wir heute unter dem Begriff ‘Natur’ verstehen.
Und so ist Natürlichkeit weit mehr, als das Sich Kümmern um die Natur im Außen, die unseren Sinnen zugänglich ist und als ein von der Technik getrenntes angesehen wird, und angesehen wird als ein natürliches Wachstum im Vergleich zu einem technischen Konstruieren und einer auf technischem Wege erzielten Konstruktion. Und so mag man sich zunächst einmal darüber im Klaren werden, was die Natur des Menschen ist.
Und hier gibt es große Vorgänger, die sich Allgültiges zu diesem Thema haben einfallen lassen, und so möchte ich an erster Stelle - und das meint nur in einer zeitlichen Abfolge und nicht im Sinne einer Wertung - Hippokrates nennen, der seine Erkenntnisse und sein Werk über den Menschen betitelt hat mit ‘Von der Natur des Menschen’. Und über die Natur des Menschen haben andere und haben noch viele Gültiges gesagt, und ich bin mir sicher, dass ich nicht das alles lesen kann, was in der Literatur unserer Tage über sie zu finden ist, und nicht lesen kann, und nicht lesen kann, was über sie nicht zu finden ist. Und so mag es mir genügen, das Eine oder Andere hervorzukramen, und mir zu Gemüte zu führen, und in diesem mein Gemüt zu stärken in einer Art und Weise, wie sie mir angenehm ist. Und möchte mir nicht damit Schaden zufügen, und mir einreden wollen, dass sie alles schon gewusst haben, was ich nur nachzubeten bräuchte.
Denn sie haben es zu ihrer Zeit gewusst und haben es dem Wissen ihrer Zeit entnommen, und sie haben es auf ihre Weise geschaut und es in ihrer Anschauung verarbeitet. Und so ist es ein Zeitloses im Zeitlichen und verleitet uns leicht dazu, es als ein ‘Absolut Wahres’ anzusehen, und ist doch kein Absolut Wahres, sondern nur ein Nahe liegendes, wenn man sich in der Zeitlichkeit unserer Welt vor und zurück bewegt.
Und so mag das ‘Sich vor und zurück bewegen in der Zeit’ ein Gängiges sein und ist uns heute verfügbar wie noch zu keiner Zeit insofern, als wir das Material für diese Bewegung zusammengetragen haben und in unserer Medienpolitik einem jeden verfügbar machen, so dass sich keiner herausreden kann damit, dass er nicht über das Material verfügt, das seinem Wissen zugrunde ist.
Und doch ist dies nicht alles, was unserem Wissen zugrunde liegt, denn es ist ein Zeitloses auch, das im Wissen steckt und das Wissen ausmacht und das wir als ‘Inneres Wissen’ bezeichnen, und es das Wissen herausheben kann aus dem Zeitbedingten, und es in ein Zeitloses einknüpfen kann, wenn auch nicht vollständig zum Zeitlosen machen.
Denn das ist uns nicht gegeben in dem Zeitlich Bedingtsein dieser Welt, sondern es ist uns vorbehalten und ist unsere Stärke, und von ihr sollten wir Gebrauch machen, und uns im Zeitlich Bedingtsein entwickeln und das Äußerste zu erreichen suchen, das zu erreichen uns möglich ist. Denn das ist Ziel und Zweck unseres Hierseins in dieser Welt.
Und so wir im Hiersein das Krankhafte in uns wahrnehmen, und das Abnorme als ein Abweichendes erkennen, so sollten wir uns zunächst einmal Gedanken machen, was in uns angelegt ist und was man gemeinhin als Normsinn bezeichnet, das uns erkennen lässt, dass etwas normal ist, und ein Anderes nicht normal ist und als Abweichung vom Normalen angesehen werden kann.
Und beim Verfolgen dieses Themas werden wir nicht umhin können, uns Gedanken über das ES zu machen, wie ich es in meiner Philosophie („Die Fraktale Sprache“) angesprochen habe, und in mehreren Aufsätzen ausgeführt habe, und ich mag in diesem Buch nicht alles wiederholen, was ich zum ES bereits gesagt und als Gültiges dargestellt habe.
So ist es mir gegeben, ein verwobenes Geflecht und ein Geflecht vom Verwobensein des Menschen in und mit dieser Welt aufzustellen, das ihn zeigt als eingewoben in diese Welt und in jene Welt und in manch andere Welt, von der wir kaum mehr als eine Ahnung besitzen.
Und so wir dieses Ahnen in uns pflegen und es zu entwickeln suchen, und uns im Träumen schulen, so haben wir einen Zugang zu dem, was uns ausmacht, und was das Krebsproblem einschließt, und was jeden Menschen und jedes Tier und jede Pflanze und jeden Stein einschiesst und ausmacht, und das möchte ich in meiner Blockadentheorie ebenso weiterentwickeln wie in meiner Theorie der Transformationsprozesse („Die Rose blüht im Winter“ und andere Texte).
Und so ist nichts, was ich bisher geschrieben habe, unnötig oder vergebens oder vergangen und überholt. Und überholt ist es nur insofern, als ich es jetzt von einem anderen Blickwinkel aus betrachte, und es für Menschen darstelle, die es von meinem jetzigen Blickwinkel aus betrachten vermögen, und es mag andererseits viele geben, die einen Blickwinkel einnehmen können, wie ich ihn früher hatte, und nicht den, der mir heute zu eigen ist.
Und so mag ich ein Übriges tun, und reichlich Bezüge herstellen zu den Texten, die ich bereits verfasst habe und in denen ich Gültiges ausgedrückt habe, und in denen ich beschrieben habe, wie man die Welt auch ansehen kann.
Und so ist es ein Drei-Strang oder Drei-Klang, oder wie immer man es ausdrücken will, der sich hier anschließt, nämlich die Blockadentheorie und die Theorie der Transformationsprozesse. Und an der einen oder anderen Stelle mag ich auf andere Texte verweisen, die mir bereits zugeflossen sind oder noch zufließen werden.
Und so ich die Natur des Menschen in dieser Weise betrachten werden, ist sie eine Natur im Denken, und ein Sich Gedanken machen über die Natur als solche, soweit wir dies mir als Mensch möglich ist, und das ist nicht alles, wie ich bereits erwähnt habe, denn im Handeln kommt sie zum Ausdruck und im Zum Ausdruck Kommen macht sie Eindruck auf unser Denken und auf unser Verstehen und auf unser Erinnern, und ist ein Uns Gesetztes in dieser Welt.
Und so wir im Handeln nichts tun, so ist uns nichts erschienen und nichts zu erinnern gegeben als das, was aus dem Innern uns zufließt, und das ist nicht alles, was in unserem Vermögen und in unserer Reichweite liegt, und in unser Erfahren einfließen kann.
Und so mag ich anstreben, und es mag mir gelingen, im Sprechen und im Denken und im Handeln ein Einheitliches zu finden, das wir Bewusstsein nennen, und im Bewusstmachen ein Weiteres erkennen, als mir bisher gelungen ist.
Und so ich diesen Weg verfolge, ist es der richtige Weg, und er mag mich zu einem Ziel führen, das ich mir jetzt nicht vorstellen kann. Und dieses Ziel ist letztlich nicht nur ein Erkennen am Krebsproblem als solchem, sondern ein Helfen Wollen den Menschen, die im Krebsproblem zagen, und die an der Krebskrankheit verzagen, und die im Verzagen neuen Mut schöpfen möchten.
Und wer dies nicht möchte und wer sterben will, dem kann ich nicht helfen, und den mag ich nicht erretten, denn es ist mir nicht gegeben, ein Rettungswerk zu vollbringen und als Retter der Menschheit aufzutreten, und so ich das möchte und so es mir so erscheint, bin ich neben den Weg geraten.
Und so mag es ein Finden und Suchen und ein Suchen und Finden des Weges sein, und es mag mir geschehen, dass mancher Fehltritt mich über den Weg belehrt, und ein fester Tritt mich auf dem Weg bestärkt, und so es so ist, ist es wie es angelegt ist.
Das Natürliche in der Welt
Das Natürliche ist ein unschön Ding. Und das will ich erklären, sobald es mir gelungen ist, denn Begriff des Schönen einigermaßen verständlich zu machen. Und doch ist es unmöglich, und ich fürchte, es ist keinem möglich, den Begriff des Schönen und einen Begriff vom Schönen demjenigen nahe zu bringen, der das Schöne nicht in sich weiß, und als ein Schönes in sich erkennt, und sich im Schönen ein Gutes tut, wie ich zu sagen pflege.
Denn das ‘Sich ein Gutes tun’ ist ein wesentliches Element des Menschseins, und es leitet ihn dahin zu gehen, wo er das Gute in sich findet. Und ‘das Gute in sich’ ist ein anderes als ‘das Gute in der Welt’, das gar emsig definiert wird, und zu allen Zeiten immer wieder anders definiert wird, und selbst in einer Zeit verschieden definiert wird, und als ein Normatives gelten mag.
Und so beruht die Rechtsprechung auf einem Begreifen des Guten, und einem Begriff vom Gut Sein, der sich von dem unterscheidet, was wir in der Tiefe als ein Gut Tun ansehen wollen. Denn das was uns gut tut, das drängt unsere Entwicklung und setzt Impulse für unser SoSein, und hat es in die Welt gebracht als ein SoSein, und ist im SoSein eingefangen - und enthauptet, wie ich zu sagen pflege. Und ‘enthauptet’ bedeutet hier, dass es uns zu Kopf gestiegen ist und im Kopfdenken sich verunstaltet hat, und sich im Verunstalten unseren Kopf zertrümmert hat als das, was er war: nämlich ein Ganzes und ein Teil des Menschen und ein Sich Verfügbar Machen dessen, was man die Welt nennt.
Und mit ‘Zertrümmern’ meine ich, dass wir im Analysieren fortgeschritten sind, und im Synthetisieren ein gleiches tun sollten, und es noch nicht geschafft haben, in einem synthetischen Sinn zu handeln und zu denken.
Denn das handelnde Denken und das denkende Handeln ist in Sich Bewusstmachen dessen, was man tut und warum man es tut und wozu man es tut, und ist ein Sich Beobachten können in einem Ausmaß, wie es uns unvorstellbar ist zu unserer Zeit.
Denn wir handeln aus dem Instinktiven oder aus dem Bauch, wie man auch zu sagen pflegt, oder wir handeln aus dem Kopf und machen uns Gedanken, und häufig auch Sorgen, wo man sich keine zu machen braucht, und wir denken dies und wir denken das, und wir verwirren uns häufig im Denken dessen, was undenkbar ist.
Und so mag uns das Denken als ein Problematisches erscheinen, und ist es doch nicht, wenn wir gelernt haben, und zu beobachten und unsere Gedanken zu beobachten, wie sie entstehen und von uns gehen, und wir es vermögen, ihnen zu folgen und nicht zu folgen, ganz wie es uns beliebt, und wie es in unserer Wahl steht.
Und dieses Sich zur Wahl stellen ist ein Weiteres, zu dem wir uns hinbewegen sollten, und das wir in uns entwickeln sollten als einen Wesenskern, und nicht als ein Beiläufiges. Und womit wir uns beschäftigen sollten als ein zentrales Thema in unserer Ausbildung und in unserem Unterricht, und es schätzen sollten im Darüber unterrichtet sein, und uns nicht entblöden, es häufig zu üben und das Ziel zu verfolgen, es zu erlernen als ein In Gebrauchnehmen des inneren Sinns, der uns gegeben ist.
Und diesen ‘innere Sinn’ will ich die Innenschau nennen und darunter verstehen, dass wir uns nach innen wenden, und dies als ein Abwenden vom Aussen und von den äußeren Sinnen begreifen, obwohl es ein solches nicht ist, sondern vielmehr ein Schwerpunkt Verlagern und den Schwerpunkt setzen auf das, was in uns ist. Und dabei nicht die Augen schließen und nicht meditieren und uns nicht Hinwegheben aus dieser Welt.
Und so wir in dieser Welt sind, so mag es uns dürftig erscheinen, unsere Gedanken zu beobachten und uns im Beobachten unserer Gedanken zu schulen, und diese Schulung voranzubringen als ein Wesentliches und als ein Kernelement des Menschseins.
Und so wir solcherart vorangeschritten sind, werden wir auch in der Lösung des Krebsproblems voranschreiten und vorangeschritten sein, wenn wir auf das zurückblicken, was hinter uns liegt. Denn es ist uns nicht gegeben, das Krebsproblem im Ganzen zu lösen, denn es ist nur ein Teilproblem dieser Welt, und als Teilproblem dieser Welt ist es auch ein Teilproblem jener Welt, und das können wir nicht überblicken, solange wir im Menschsein verhaftet sind.
Und in diesem Verhaftetsein liegt unser Vorteil, und darin liegt nicht unser Nachteil, wie es zunächst erscheinen mag. Denn wir können im Menschsein etwas lösen, was ausserhalb der Welt nicht zu lösen ist, und was auch von den Göttern nicht zu lösen war, die wir uns vorstellen als Allmächtige, das sie jedoch nicht sind, denn es ist ihnen nicht gegeben gewesen, das Krebsproblem zu verhüten.
Und so es ihnen nicht gegeben war, so ist es uns auch nicht gegeben, und doch ist es uns zur Pflicht gemacht, dass wir es auf unsere Weise lösen als diejenigen, die in dieser Welt sind, und die in dieser Welt ihr Äusserstes tun sollten, damit umzugehen und damit fertig zu werden.
Denn so jede Generation das Ihre tut und ihr Problem auf i h r e Weise löst, so ist es gelöst in dem Sinne, wie es zu lösen beschlossen war, und ist es doch nicht beschlossen, sondern uns zur Aufgabe gestellt.
Und so mag man aus dieser Widersprüchlichkeit erkennen, und es mag dem Einsichtigen klar werden, dass nichts zu lösen ist, was nicht in uns verknotet ist, und dass wir keine Tür aufschliessen können, zu der wir nicht den Schlüssel besitzen, und dass wir niemals das ganze Krebsproblem lösen können für uns und alle und alle Zeiten, denn es mag in dieser Zeit ein solches sein, und in jener Zeit ein anderes.
Und das erste, was wir tun sollten, um uns einen Fortschritt zu erlauben, ist dieses: dass wir Gedanken abschaffen, es handle sich um ein Abstraktes, und ein als Krebsproblem oder gar als Krebskrankheit definiertes, das zu allen Zeiten gewesen ist. Und mag man auch in alten Geschichtsbüchern und solchen der Medizin insbesondere nachlesen über Symptome, die uns verdächtig vorkommen und uns daran erinnern, wie sich Krebs in unserer Zeit äussert, so mag doch jedem versichert sein, dass jede Zeit i h r Krebsproblem hatte, und es in ihrer Weise hatte, und wir nicht wissen können, in welcher Weise dies gewesen ist.
Denn es ist uns nicht gegeben, in einer Weise zu denken, wie sie unserer Zeit nicht entspricht, und in einer anderen Zeit der Zeitlichkeit entsprochen hat, die damals gewesen ist. Und so wir dies klar unterscheiden, werden wir uns nicht auf einen Irrweg begeben, der heute häufig gemacht und beschritten wird im Denken - und beides, denn Irrwege sind nicht einfach vorhanden, sondern sie werden geschaffen im Beschreiten. Und so mag es uns gelingen, sie nicht zu schaffen, und sie nicht zu beschreiten, solange wir denken können.
Und doch mag es nötig sein, den einen oder anderen Irrweg zu gehen, und sich im Verirren zu finden, denn auch dies ist ein Widerspruch in unserer Welt, das wir im Nicht Finden das suchen, was uns aufgetragen ist.
Und das Nicht Finden erscheint dem Einen wie ein endloses Suchen, und dem Anderen wie ein Misserfolg, den er alsbald aufgibt, und ist doch kein Schritt ein Misserfolg, denn jeder Schritt, den wir tun, ist ein Erfolg als solcher.
Und das mag uns darüber warnen und uns dagegen gefeit machen, dass insbesondere Krebskranke auf ihren Misserfolgen beharren, und das Erfolglose ihres Lebens betonen, und das Nichterfolgtsein ihrer Wünsche und ihrer Vorstellungen und deren Befriedigung hervorheben, und sie so der Ent-täuschung und Verzweiflung und beidem anheim fallen.
Und dieses ‘anheim fallen’ ist ein garstig Ding, und ist doch nicht zu vermeiden als ein Gegebenes, und mag uns häufig begegnen als ein Meilenstein in unserer Entwicklung. Denn wir müssen es sehen, um an ihm zu wachsen, und wir müssen an ihm wachsen, um es zu sehen. Und so ist ein Fortschreiten nötig, um mit diesem Problem fertig zu werden.
Und so ist ein weiteres Beispiel dafür gemacht, dass wir im Finden und im Verirren ein Gutes tun und nicht ein Schlechtes, und es mag uns trösten, wenn wir selbst am Rande der Verzweiflung sind.
Denn es ist uns nicht gegeben, Leben zu hüten, und es ist uns nicht gegeben, Sterben zu verhüten, und wem es anders erscheinen mag, der mag sich an sich selbst orientieren, und er mag sich klar machen, was das Seinige ist.
Denn das ist die Begrenztheit des Menschseins, das er sich im Grenzenlosen verirren kann, und im Unbegrenzten einen Ausweg sucht, und im Sich Nicht Abgrenzen Können vom Anderen sich eine Schwäche auftut, die eine Stärke ist zugleich. Und so wir dies als Immunproblem begreifen, und im Absondern das Ziel sehen, so tun wir uns ein Gutes und ein Schlechtes zugleich.
Denn im Absondern sind wir Meister, und im Aufgehen in Andere sind wir Meister sonder gleichen, und ist es nicht das eine oder das andere, sondern es ist das Gleichgewicht derselben.
Und ein Gleichgewicht ist zu halten zwischen dem Sich Öffnen und Empathisch Werden, und dem Sich Verschliessen und das Empathische Verleugnen und davon absehen, wenn es an der Zeit ist.
Und dieses zu unterscheiden, und das ‘an der Zeit sein’ zu erkennen als ein Gegebenes, das ist die eigentliche Kunst, um die es geht, wenn man im Handeln und im Kurieren erfolgreich sein will.
Und ‘erfolgreich sein’ ist ein schwierig zu definiertendes Ding, das uns mal so, mal so erscheint, denn wir müssen uns davon trennen und sollten uns davon verabschieden, das blosse Überleben als Erfolg zu sehen und zu verwerten und im Werten uns zu vertun.
Denn das Werten ist ein Höchstpersönliches, und der Erfolg des Arztes mag der Erfolg des Gesundeten sein, aber er muss es nicht sein. Und die Überlebensstatistik der Klinik mag für den Klinikleiter ein bedeutendes Element seiner beruflichen Karriere ausmachen, und vermag doch nicht die Kranken zu trösten, und so ist ein weiteres Beispiel dafür gemacht, dass das Natürliche auf der Welt in uns mangelt und in uns verdrängt ist zugunsten von Zahlenspielereien, die uns verquälen bis ins Bodenlose.
Und dass es nun an der Zeit scheint, das Leben als ein ernstes und tödliches und als ein lustiges und kurzweiliges Spiel zu begreifen, und darin unser Gut tun zu finden, das mag auf den folgenden Seiten weiter auszuführen sein.
Samstag, 30. Januar 1999
Das Natürliche ist nicht das, als das es uns erscheint. Wir haben unseren eigenen Begriff von Natur und von Natürlichkeit entwickelt und gebrauchen ihn oft in einer Gegenüberstellung zum Technischen. Und davon will ich mich als erstes lösen, denn das Technische entspricht unserer Natur als Menschen und der Natur des Menschseins im Besonderen ebenso wie im Allgemeinen, und ist nicht das, als das es uns erscheint.
Denn das ‘Erscheinen’ oder ‘Uns erscheinen’ oder ‘In Erscheinung treten’ ist ein ‘Schein wahren’ und ein ‘In Augenschein nehmen’ und ein ‘Den Schein wahrnehmen als solchen’. Und es ist uns nicht gegeben, das im Anschein zu sehen, was es wirklich ist, sondern es ist das, als was es uns erscheint, und das ist so gemacht in dieser Welt.
Und so ist unser Anschein und der Anschein, den wir uns geben, ein Sich so darstellen, wie es uns heute passt, und wie es uns morgen passt, mag schon ein anderes sein.
So ist der Schein ein Wandelbares und macht uns suchen und auf die Suche gehen nach einem Beständigen. Und das Beständige sehen wir im Gesetzmässigen und in einem Gesetz als solchem und in einem Gesetzten insofern, als es bestimmt, wie es bestimmt, wie es morgen zu sein hat.
Und morgen ist es anders, und ist doch so, wie das Gesetz es bestimmt, denn als ein Gesetztes ist es ein Massgebendes und ein Bestimmendes, und das ist nicht dasselbe in dieser Welt. Denn so, wie wir ihm Mass geben und ihm Mass zugestehen, nimmt es ein Ausmass an in einer solchen Weise, dass es in uns ein Ewig Gültiges anregt und uns an ein Ewig Gültiges glauben macht, und uns glauben macht und schliesslich davon überzeugt, dass das Gesetz ein ewig gültiges sei.
Und darüber habe ich an anderer Stelle geschrieben und Gültiges gesagt, und so mag ich nur in Kürze wiederholen, dass dieser Anschein des Ewig Gültigen im SoSein im Scheinen ist und es den Anschein nimmt insofern, als es ein Gesetztes ist. Und ist ein Gesetztes zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht, und ganz gleich, ob sie scheint oder von Wolken bedeckt ist, so ist sie doch ein Tagesgestirn und der Tag mag mit ihr beginnen oder auch nach unserer Uhr beginnen, und es wird doch Tag werden, solange diese Welt besteht.
Und so es in dieser Welt besteht, ist es für diese Welt ein Gesetztes, und es mag vielerlei Gesetze geben, die sich als gültig erwiesen haben insofern, als eine Ausnahme nicht entdeckt wurde bis zu dieser Zeit und in unserer Zeit insbesondere.
Und wie es zu jener Zeit gewesen wäre, als es uns noch nicht gab, das mag derjenige beurteilen, der zu jener Zeit war und es zu jener Zeit genommen hat, auf dieser Welt zu sein. Und er hat, soweit wir dies heute sehen können und glauben, nicht über die technischen Möglichkeiten verfügt, das zu überprüfen, was wir heute für ein Gesetztes halten.
Und so mag es fürs erste genügen, dass wir das Gesetzte als ein temporäres begreifen, und auch begreifen lernen, dass das Ewig Gültige ein anderes ist, und wir nicht wissen können, was wirklich ewig gültig ist.
Und so mag der Glaube als solcher ein ewig gültiger sein für die Menschheit und das Menschsein bestimmen und als Teil des Menschseins hineinfinden in diese Welt, und doch ist nicht damit bestimmt, und noch weniger gesagt, was der Glaube sein wird zu einer Zeit. Und ‘zu einer Zeit’ ist ein gängiger Begriff bei mir, und er meint einen bestimmten Zeitabschnitt, der in seiner Länge unbestimmt ist und doch heraushebt, was wir als Gegenwart bezeichnen, und was doch für Andere die Vergangenheit oder Zukunft sein mag.
Und wenn wir uns auf diesen Standpunkt stellen, so mag es uns gelingen und es mag uns möglich sein, uns in der Zeit vor und zurück bewegen in Gedanken und in unseren Vorstellungen und in den dazugehörigen Gefühlen, und es mag sich als nützlich erweisen für das, was ich zu sagen habe.
Und so es so ist, mag es uns verwirren, und so es uns gelingt, mag es uns noch mehr verwirren, und wir mögen an dem zweifeln, was wir tun, und auch daran zweifeln, ob es rechtens ist.
Und hier mag jeder versichert sein, dass es nicht rechtens ist insofern, als es nicht ein Gesetztes ist in unserer Gesellschaft, und für die Wissenschaft schon gar nicht, und ich mich dessen entblösse, was mir die Wissenschaft als Grenzen auferlegt hat.
Denn dieses Auferlegte ist mir nicht genehm und auf die Gefahr hin, dass man mich einen ‘Wissenschaftler von Gottes Gnaden’ nennt - was soviel ist wie ein Nicht-Wissenschaftler im üblichen Sinn - und mir das wissenschaftliche Denken unserer Zeit abspricht, obwohl ich darin geschult und ein Professor geworden bin, so mag es doch möglich sein, und ich werde es geschehen lassen um des grösseren Zieles willen, das ich verfolge und mir gesetzt habe.
Und so man sich selbst ein Ziel setzt und es das Selbst ist, das das Ziel setzt, und man ein Ziel in sich findet, wie es einer Aufgabe entspricht - denn keine Aufgabe ist ohne Ziel - so ist es mir gelungen, ein Beispiel dafür zu finden, dass ein Gesetztes auch von Innen kommen kann, und in uns ein Gesetztes ist, und wir uns ihm verpflichtet fühlen, auch wenn es zum Aussen und dessen Gesetzen im Widerspruch steht.
Und dieses ‘im Aussen’ ist ein technischer Begriff von mir, der mir hilft zu unterscheiden, was ich im Aussen und im Innen wahrnehme, und ein solches Unterscheiden (vorläufig) hilfreich ist, und insofern auch ein Gutes ist und ich daran festhalten werde, solange ich Zuhörer finde, die mir im Aussen zuhören, und ich nicht darauf angewiesen sein will, dass das Zuhören sich auf das Innen beschränkt.
Und so mag daran klar geworden sein, dass das Aussen ein Fiktives ist, und es mir dazu nutzt und mir dienlich ist, meine Sinne nach aussen zu wenden, und diese Sinne im üblichen Sinne als die ‘fünf Sinne’ zu bezeichnen, die unsere Welt für uns aufbauen, und das um uns errichten, was wir den Raum nennen. Und nicht nur den Raum, sondern auch die Zeitlichkeit, und dazu habe ich Gültiges gesagt an anderer Stelle.
Und so ist der Raum, den wir mit unseren Sinnen aufspannen, nicht der dreidimensionale Raum des Naturwissenschaftlers, denn wir haben keinen dreidimensionalen Geruchssinn, noch haben wir einen dreidimensionalen Gehörsinn, sondern allenfalls einen stereotaktischen, und wer das Riechen mit den Nasenlöchern übt und sich mit jedem Nasenloch vervollkommnet im Riechen und unabhängig voneinander, der mag noch von einem stereotaktischen Geruchssinn sprechen. Und mehr ist es nicht, das uns im Aussen hilft, einen Raum aufzuspannen, wie wir ihn sehen, und ihn als ‘wahrnehmend’ erfahren und ihn zur Grundlage unserer Weltanschauung machen, und diese Weltanschauung ein und dieselbe ist (und dies in Massen) bei jedem Einzelnen unserer Zivilisation. In anderen Zivilisationen mag es anders sein, und es mag zu anderer Zeit anders gewesen sein, und es mag sich in Zukunft ändern, doch noch ist es so und ich will in meinen Erklärungen daran festhalten und darauf aufbauen.
Und so ist es mir gegeben, wie es einem jeden gegeben ist, den Raum im Aussen zu erfahren, und ihn einen Aussenraum zu nennen, und in mir klar zu unterscheiden, was sich im Aussenraum bewegt und befindet und beides zugleich, und was sich im Innenraum bewegt und befindet, und dies voneinander abzusondern.
Und so ist es ein vielfältig Ding, was wir als ‘Raum’ bezeichnen, und ist ein Weltraum fürwahr, und ein Welten-Raum zugleich, und das ist nicht dasselbe. Denn der Weltenraum umfasst viele Welten, und der Weltraum nur eine Welt, und wer sich in vielen Welten bewegt hat, der mag verstehen, was ich meine.
Und so ist es uns gegeben, einen Weltenraum zu erfahren, auch wenn wir im Zeitlichen begrenzt sind und auf diesen Raum festgenagelt zu sein scheinen, und ist es uns doch über unsere inneren Sinne einen anderen Raum aufzuspannen. Und das mögen diejenigen verstehen, die des Rutengehens mächtig sind. Und da ich darin bewandert bin, und es mir zur Angewohnheit gemacht habe, es reichlich zu nutzen, mag ich hin und wieder ein paar Sätze einstreuen, die den Rutengängern als Hilfe dienen sollen, sich in ihrem Verstehen des von ihnen verehrten und bewunderten Phänomens ein Gutes zu tun, und nicht die Wissenschaft der äusseren Sinne dafür bemühen müssen. Denn es handelt sich um eine Erfahrung des Inneren Spürens und benutzt den inneren Spürsinn und ist insofern ein ‘Innenraum ins Aussen projiziert’.
Und so wir dies so sehen, haben wir kein Problem damit, es uns gefügig zu machen und in unser Repertoire einzubauen, und ich will davon Gebrauch machen schon allein deswegen, weil es uns hilft, das Spüren zu erleben und im Aussen zu üben, und im Aussen mit allerlei Werkzeugen zu kontrollieren, wes Spürens wir mächtig sind.
Und so wir dieses Spüren im Aussen üben, und uns sichtbar machen und dabei gegenseitig beobachten, w i e wir spüren, haben wir ein Teil des Innens oder des Innenraums nach aussen verlagert und können uns darüber verständigen in Massen, und ist es nicht das Ziel noch mein Ziel, dies für alle gültig zu machen.
Denn wenn es für alle gültig sein soll, wird es sich finden und wird in irgendeiner Zeit sich einfinden als ein Gesetztes, und mag dann als Aussen erscheinen unter und durch Hinzunahme eines weiteren Sinnes - und ob wir diesen den sechsten oder siebenten oder achten Sinn nennen, bleibt sich dann gleich.
Denn das wir einen solchen Sinn besitzen, das weiss ein jeder, wenn er darauf achtet, wie er mit seinem Auto fährt und wie er das räumliche Spüren tagtäglich benutzt, und er dies auch im Gehen benutzt und dies erkennt, wenn er darauf achtet, wie er sich um die Gegenstände herumbewegt. Und wer das nicht glaubt, der mag einen Blinden beim Gehen beobachten, wie er sich durch den Raum tastet, und er mag daran erkennen, dass ein Blinder diesen Sinn zur Meisterschaft entwickelt hat.
Und so jemand das Rückwärtseinparken mit seinem Auto geübt hat, mag er auf diesen Sinn zurückgreifen, und er mag es häufig und erfolgreich tun, denn sonst gäbe es allerlei Schäden an den Autos, die er dabei anrempeln könnte. Und da dies nicht der Fall ist, und da wir uns häufig in einem halbbewussten oder halb bewusstlosen Zustand durch die Strassen bewegen und dennoch unseren Weg finden und keinerlei Unfall verursachen, mag es uns zu denken geben, wie häufig unsere ‘innere Führung’ an dieser Bewegung beteiligt ist.
Und so es darum geht, die innere Führung als ein Gesetztes zu erkennen, so ist dies ein hilfreich Ding und eine gute Methode für all diejenigen, die sich im Aussen nicht zurecht finden, und die sich im Spüren schulen sollten, und das sind viele der Menschen, die heute als Krebspatienten gelten.
Denn sie sind in einer Krise, ohne es zu wissen und ohne es von denen zu erfahren, die als ihre Betreuer auftreten und als ihre Heiler sich behaupten, und sie nicht im Spüren schulen, sondern ihre Verwirrung noch vermehren und ihre Ängste steigern, bis sie aus lauter Panik nicht mehr aus noch ein wissen und in dieser Hilflosigkeit zu einem willfährigen Werkzeug werden.
Da es nicht mein Ziel ist und in keiner Weise meiner Absicht entspricht, solcherart zu verfahren und solche Verfahren zu loben oder zu empfehlen, will ich darauf bauen, dass es mir gelingt, den einen oder anderen, der am Abgrund des Todes steht, davon zu überzeugen, dass dieser Abgrund kein Abgrund sondern nur eine Stufe ist, und er nur ein Bein heben muss, um auf diese zu treten. Und dies allerdings mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, denn das Bein muss ihm erst noch wachsen.
Und so es ihm gelingt, dieses Wachstum zu entwickeln und sich im Wachsen zu schulen - denn es ist ein ‘Wachsen’, das man beeinflussen kann - so ist das Wachsen des Krebses in vielen Fällen unnötig und man mag darauf verzichten.
Und so es ihm nicht gelingt, diesen Abgrund zu verlassen und das Abgründige in sich zu erschauen, und er lieber daran festhalten mag, dass er am Abgrund steht, und sich darin bestärken lässt von seinen Ärzten und anderen Betreuern und von seinem ihm eingepflanzten Wissen, so mag er am Wachsen des Tumors festhalten und lieber an der Krebskrankheit zugrunde gehen als diesen kleinen Schritt zu tun. Ein Schritt allerdings, der ihn abseits führt von der normalen und gängigen Route.
Und solange er im Ruten ein Hilfloser ist, und bis er im Ruten und Rutengehen ein Findiger wird, mag es für ihn schwierig sein sich vorzustellen, dass es Wege gibt, die er nicht sehen kann. Und so ist der Weglose gar häufig ein Auswegloser, und ein Auswegloser ist gar häufig ein Ohnmächtiger und Verzweifelter, und er mag das zu erkennen geben oder auch nicht, und damit zudecken, dass er doch Hilfe findet bei denen, die ihm die Route festschreiben und ihm das Ruten abnehmen und ihn dahin führen, wo er sich findet.
Und so er sich findet, mag er entdecken, dass er noch in dieser Welt ist, oder aber in jener Welt, und es mag ihm dann einerlei sein. Oder aber er mag es bedauern, dass er sich solchermassen hat hinters Licht führen lassen.
Und das ist nicht alles, was ich zu diesem Thema zu sagen habe, doch ich mag es hier beschliessen und darauf verzichten, ein Unnötiges darauf zu setzen, und nur soviel dem Einen oder Anderen versichern, der des Hörens mächtig ist, dass das Spüren und das Erlernen des Spürens und das Hören und das Erlernen des Hörens und das Schauen und das Erlernen des Schauens die hilfreichen Methoden sind, die ich anzubieten habe, und dass sie mehr taugen und auf lange Sicht mehr bewirken, als so manche Krebstherapie, die als eine sichere Angepriesen wird.
Denn es gibt nichts Sicheres am Krebs, und es gibt nichts Sicheres an der Krebserkrankung, und noch weniger gibt es ein Sicheres im Krebs-Dasein und im Dasein des Krebs im Krebskranken als dieses, dass hier zweierlei zu Werke gehen und verschiedene Ziele verfolgen. Und der Eine das Geordnete liebt, und der Andere das Chaotische (um es in Begriffen unserer Zeit auszudrücken), und dass die Beiden sich einigen müssen, wer nun obsiegt.
Und so sie es in der Waage halten, und nicht zur Entscheidung drängen, sondern es sich entscheiden lassen, so mag der Eine oder Andere mit dem Tumor überleben - und dafür gibt es zahlreiche Beispiele - und mag sich später entscheiden, und mag in dieser Zeit lernen, das Geordnete fahren zu lassen und sich einen anderen Ordnungssinn zu eigen zu machen, und eine Ordnung in sich zulassen, die seinem jetzigen Zustand angemessen ist.
Und so ihm dies gelingt, so mag er darauf verzichten, sich durch einen ‘Tumor’ daran gemahnen zu lassen, und er mag es dem Tumor ermöglichen und ihm Zeit gewähren, sich aufzulösen in einem grösseren Ordnungssystem, das ihm ein Geordnetsein im Menschlichen ermöglicht. Und er mag dann erfahren, dass es sich lohnt weiter zu leben.
Und so er dieses nicht erfahren möchte, mag er sich davon überzeugen, dass das Gegenteil der Fall ist, und dass das Leben, das er sich eingerichtet hat, sich nicht lohnt weiter gelebt zu werden. Er mag dann an der Ordnung, die er sich gegeben hat, verzweifeln und es auf die Ordnung ausserhalb von ihm schieben, dass sie so geworden ist, und mag die Anderen dafür verantwortlich machen, ihm aus dieser Ordnung herauszuhelfen. Oder, was noch schlimmer ist, ihm zu helfen, in dieser Ordnung zu verbleiben, die nicht seine gewünschte und die von ihm ersehnte ist, und auf diese Weise die Welt verlassen ganz so, wie er das gewählt und sich selbst zu Bestimmung genommen hat.
Und so ist damit nicht alles gesagt, und doch ein Wesentliches gesagt, das dem widerspricht, was in unserer heutigen Krebstheorie gängig ist, nämlich dass es ein Allgemeingültiges sei, was den Menschen hilft, den Krebs zu überwinden, und es zwar noch nicht gefunden wurde als Pille oder sonstiges Krebsmittel, aber doch bald gefunden werden solle, wenn man den Spuren der Wissenschaft und ihren Versicherungen folgt und sich folgsam verhält in dem Sinne, wie es uns heute zur Regel und Vorschrift und Gesetz gemacht ist. Und so solle man sich auf die Versicherungen und die Ärzteschaft und die Klinikschaft und andere Machenschaften einlassen und sich ganz und gar ihnen überantworten und sich auf sie verlassen, an Stelle seines Inneren und seines Inneren Ratgebers und seines Inneren Entscheiders und seiner Inneren Führung.
Und so es das ist, und so er dies befolgt, so mag er daraus lernen, was ihm angestammt ist, und er mag es erst im Nachhinein lernen, wenn er im Jenseits Zeit hat darüber nachzudenken, was er wohl falsch gemacht hat in dieser Welt.
Und so es sein Gewissen ist, das ihn plagt, so ist es ein Nichtiges und kein Wissen, denn es ist uns nicht zum Ziel gesetzt, dass wir uns ein Gewissen machen, sondern ein Gewisssein Dessen, was wir glauben, und dass wir im Glauben beweglich und flexibel bleiben, und biegsam wie eine Gerte unseren Glauben nach dem richten, was unser Innen uns anbieten, und nicht ihn wie eine Fahne im Wind flattern lassen.
Und so ich dies sage, tue ich dies mit Sicherheit, denn ich habe es so erfahren und es mag sich anders verhalten als ich es erfahren habe. Und so es so ist, würde es mich nicht wundern, denn ich habe bei weitem nicht alles erfahren und kann nicht alles erfahren und weiss, dass diese Welt vielfältig und unüberschaubar und niemals im Ganzen erkennbar ist.
Denn im ‘niemals erkennen’ werden wir den Glauben finden und den Glauben an uns selbst verlieren, und ihn wiederfinden, und ihn verlieren und finden und verlieren und finden und uns verändern und eine Stufe erklimmen auf dem Weg, den ich vorgezeigt habe.
Und so mag es mir gelingen, noch diesen oder jenen Satz zum Krebsproblem zu sagen, und ein Gültiges dazu zu stellen, doch in erster Linie ist es mir hier nicht um das Krebsproblem zu tun. Denn das Krebsproblem ordnet sich ein in ein Ganzes, und im Ganzen ist es ein Problem als solches und kein Problem zugleich, und es mag sich lösen und auf die eine oder andere Weise verschwinden, ganz wie ihm beliebt.
Und so ist es das Problem der meisten Krebstherapeuten, und der von ihnen angepriesenen Krebstherapien, dass sie sich im Aussen vertun und im Innen nicht finden, und sich nicht zurechtfinden in dem, was sie selbst möchten, und sich anheim geben dem, was die Allgemeinheit zu machen beschlossen hat. Und das ist die Förderung der Wissenschaft in einer Weise, die sie selbst auf die Spitze treibt und schliesslich als das entlarvt, was sie ist: ein Fiktives, das sich der Natur und der Natürlichkeit des Menschen überstülpt und ein Zerrbild macht und uns zu einem Zerrbild führt über das, was Natur wirklich ist.
Das Strahlen im Krebs Sonntag, 31. Januar 1999
Im Krebs sind Strahlen inbegriffen. Das will ich erläutern. Doch zunächst müssen wir etwas vorarbeiten und bereitstellen, was das Strahlen anbelangt.
Das Strahlen ist ein merkwürdig Ding. Wir können über Strahlung das zusammentragen, was die neuzeitliche Naturwissenschaft oder die Naturwissenschaft der Neuzeit, was nicht ganz dasselbe ist, erarbeitet hat. Das ist nicht viel, wenn man davon ausgeht, dass das Wesen der Strahlung noch nicht begriffen ist, und davon will ich ausgehen.
Denn ein Wesen, das strahlt, ist ein besonderes Wesen. Und das mag man daran erkennen, dass die Sonne ein strahlendes Wesen hat und der Mond, noch unserer heutigen Auffassung, es nicht hat. Denn gültiger wissenschaftlicher Erklärung zufolge reflektiert der Mond lediglich das Licht, das er von der Sonne empfängt.
Dieses Licht ist allerdings ein vielfältiges, denn es betrifft den ganzen ‘kosmischen Wind’, wie man so sagt. Das ist Partikelstrahlung zumeist und sichtbares Licht am wenigsten, wenn man von dem gängigen Wissen über das elektromagnetische Spektrum ausgeht.
Und doch ist das sichtbare Licht das, was wir sehen, und alles andere, was der Mond von der Sonne empfängt oder empfangen mag, ist unserer sinnlichen Wahrnehmung verschlossen. So mag man davon ausgehen, dass die Sonne ein strahlendes Wesen hat und ein solches besitzt, und das ist zweierlei. Denn so sie es hat, ist es ihr zu eigen, und so sie es in ihren Besitz genommen hat, ist damit ausgedrückt, dass sie es sich zu eigen gemacht hat, und dass es zuvor anders war.
Und ob es zuvor anders war, wissen wir nicht, denn die Naturwissenschaft macht darüber keine Aussage oder allenfalls die, dass es von Anfang an so gewesen sei, und die Sonne durch ihr Strahlen Materie abgibt und Substanz verliert (wie wir sagen), und so nach und nach in einen nicht-strahlenden Zustand übergeht - und das heisst soviel wie, dass sie eines Tages verlöschen wird. Doch das ist nach unserer menschlichen Vorausschau - immer noch nach Ansicht der Wissenschaftler - erst in Milliarden von Jahren. Und ob wir das als Menschen erleben, wissen wir nicht.
So ist das Strahlen der Sonne für uns ein Faktum, und die Sonnenstrahlen sind ein Faktum, das wir sehen und spüren und mit unseren Messgeräten erfassen können.
Nun wird man sich fragen, was die Sonnenstrahlen und das Strahlen der Sonne mit Krebs zu tun hat. Das ist ganz einfach zu erklären, wenn man von gewissen Voraussetzungen ausgeht. Diese Voraussetzungen sind allerdings besonderer Natur, und es ist für mich nicht einfach, sie so auszudrücken, dass sie weithin akzeptabel sind oder zumindest in ihrer Art verstanden werden.
Da ist zum einen das akzeptierte Faktum, dass Materie strahlt, wenn sie in einem instabilen Zustand ist oder in einen solchen gerät. Diese beiden Fälle hat die Physik systematisch erforscht. Wir kennen Elemente, die von Natur aus instabil sind. Und wir haben mit unseren technischen Methoden stabile Elemente in den instabilen Zustand gebracht. Wir haben weiter gesehen, dass Elemente im instabilen Zustand dem radioaktiven Zerfall unterliegen und Strahlen aussenden.
Der radioaktive Zerfall ist also ein Musterbeispiel dafür, dass Instabilität zur Strahlung führt oder mit dieser in irgendeiner Weise zu tun hat. Das möchte ich nun nicht näher physikalisch erläutern, sondern belasse es bei dieser Ausage, da man in der einschlägigen Literatur dazu genügend Material finden kann.
Eine andere Form der Instabilität ist das Strahlen von Atomen, die sich in einem angeregten Zustand befinden. Hier ändert das Atom seinen Wesenscharakter nicht, im Gegensatz zu unserem ersten Beispiel, dem radioaktiven Zerfall Wir gehen davon aus, dass ein Atom im angeregten Zustand seine ‘überschüssige’ Energie in Form von Strahlung abgeben kann.
Das nächste Beispiel ist ein Molekül in einem angeregten Zustand. Hier kennen wir verschiedene Formen der Energieabgabe, und unter anderem diejenige der Aussendung von Licht. Doch dieses Licht ist von anderer Art, und kann nach der gängigen Auffassung im infraroten Bereich des elektromagnetischen Spektrums liegen, unter Umständen kann es sogar Mikrowellenstrahlung sein. Dieser Unterschied ist hier nicht von Belang und soll nur insofern erwähnt werden, als wir in unserem naturwissenschaftlichen Denken diesen Unterschied machen und als Frequenzunterschied der Strahlung erklären.
Das gilt nun für den Fall, dass die Strahlung im ‘Wellenbild’ beschrieben werden kann oder, anders gesagt, dass die Beschreibung im Wellenbild eine zweckmässige ist. Denn jede Form von Strahlung kann entweder im Wellenbild oder im Partikelbild beschrieben werden, und es ist die eine Beschreibung gegen die andere austauschbar. Das ist solange der Fall, wie wir uns nicht extremen Zuständen nähern, wie denjenigen von sehr hoher oder sehr niedriger Energieabgabe.
Dann ist es auf jeden Fall zweckmässig, bei hoher Energieabgabe das Partikelbild und bei niedriger Energieabgabe das Wellenbild (= elektromagnetische Strahlung) zu benutzen. Damit ist nun wieder nicht gesagt, dass die elektromagnetische Strahlung und die Paritkelstrahlung ein und dasselbe sind, denn wir wissen, dass elektromagnetische Strahlung im Partikelbild als ‘Photonenstrahlung’ bezeichnet wird, und diese von zahlreichen anderen Partikeln aus dem ‘Partikel-Zoo’ zu unterscheiden ist.
Das ist nun die naturwissenschaftliche Seite, und sie gibt nicht viel mehr her als eben dies, dass wir auf dieser Grundlage Messungen ausführen können und die Quantität der Strahlung bestimmen können, und bis zu einem gewissen Grad auch Qualitäten der Strahlung feststellen können. So ist beispielsweise eine Myonenstrahlung etwas anderes als eine Neutrinostrahlung, und diese ist etwas anderes als ein Protonenstrahlung und so fort. Diese Formen und andere, die hier nicht erwähnt sind, haben wir subsummiert unter dem Begriff ‘Partikelstrahlung’.
Doch was ist nun das Wesentliche?
Das Wesentliche ist die Tatsache der Instabilität die zur Strahlung führt. Und die Frage, ob die Umwandlung oder die Veränderung, die mit der Strahlung einhergeht, zu einer Wesensveränderung des Strahlers oder der strahlenden Substanz führt.
Das ist für die Physik insofern zu bejahen als wir wissen, dass radioaktiv strahlende Atome oder deren strahlende Kerne ihren Wesenscharakter ändern und daher einer elementaren Veränderung unterliegen.
Im Gegensatz dazu ändern andere strahlende Substanz-Teilchen (in unserem Beispiel Atome und Moleküle) ihren Wesenscharakter nicht, wenn sie Strahlung aussenden. Das ist nun nicht weiter erhebend, denn es ist schon lange bekannt, und daraus mag man nun die eine oder andere Schlussfolgerung ziehen.
Eine Schlussfolgerung könnte sein, dass wir bei der Strahlung unterscheiden müssen, ob sich im Abgeben von Energie durch Strahlung der Wesenscharakter des strahlenden Objektes verändert. Das ist nach unserer Auffassung im Makroskopischen in der Regel nicht der Fall, wenn es sich nicht um radioaktive Strahlung handelt. Eine Glühbirne oder eine Neonröhre oder eine Röntgenstrahlen-Apparatur verändert ihren Wesenscharakter nicht, wenn sie uns mit ihren Strahlen versorgt. Dasselbe gilt für viele andere strahlende Geräte, wie beispielsweise den Fernsehapparat, einen Radiosender, ein Funkgerät und so weiter. Das mag nun darauf zurückzuführen sein, dass wir nicht genau hinsehen und bei diesen Vorgängen die elementaren Prozesse nicht berücksichtigen. Doch das ist offenbar für den technischen Bereich nicht wichtig, und so mag es seine Gültigkeit haben, wenn wir derlei Untersuchungen nicht anstellen. Zumal der Begriff des Wesenscharakters kein physikalischer und auch kein naturwissenschaftlicher ist, und daher solche Fragen im Rahmen der Naturwissenschaft nicht gestellt werden.
Nun mag sich dies ändern, und die Fragestellung mag sinnvoll sein, wenn wir über Menschen sprechen, und insbesondere über solche die dabei sind, ihren Wesenscharakter zu verändern. Das betrifft nun unser Krebsproblem, und es betrifft Menschen, die in einer Krebs-Umwandlung befangen sind und sich darin befinden, und es sich angelegen sein lassen, eine Wesensveränderung im Rahmen ihrer irdischen Existenz vorzunehmen.
Das ist der eigentliche Punkt, auf den ich hinaus will, und er mag sich als ein zentraler Punkt oder gar als d e r zentrale Punkt in meinen Ausführungen erweisen. Das ist nun nicht alles, denn so es sich um derlei Phänomene handelt, ist unser gängiger wissenschaftlicher Sprachgebrauch, einschliesslich des medizinischen, nicht in der Lage, das Problem begrifflich zu fassen, und ich bin daher gezwungen, mich auf wissenschaftlichem Neuland zu bewegen.
Nun ist es nur insofern Neuland, als sich die Wissenschaft dieses Problems bisher noch nicht angenommen hat, und sich noch keine Meinung dazu gebildet hat, und noch kein Wissen darüber erworben hat, und ich kann nur insofern von Neuland sprechen.
Doch es ist kein Neuland für denjenigen, der in der Esoterik bewandert ist, und in diesen oder jenen Schriften bereits darauf gestossen ist, dass es Umwandlungskrisen im menschlichen Leben gibt, und Krisenerscheinungen dann auftreten, wenn eine Wesensveränderung des Menschen (allgemein: des Systems) bevorsteht.
Nun ist dies wiederum ein entwicklungspsychologisches Problem, und es mag als solches gesehen werden, doch ich will mich dem nicht anschliessen und es nicht in den Begriffen der Entwicklungspsychologie darlegen, sondern in meinen eigenen Worten ausdrücken, um nicht die Problematik in die eine oder andere Schublade zu schieben, und sie dort zu belassen und verstauben zu sehen.
Denn es ist ein Ding unserer Zeit, alles kategorisieren zu wollen und Kategorien über alles stülpen zu wollen, und das Wissen in Fächer und Fachbereiche aufzuteilen und in diesen die Probleme als Teilprobleme und getrennt und gesondert von anderen Teilproblemen zu behandeln, und so zu einer Zerstückelung der Ansichten beizutragen, die zwar in die Tiefe zu gehen scheinen, aber es doch nicht wirklich tun. Ganz im Gegenteil, sie führen in die Breite und in das Mehren von Problemen insofern, als jede Teilung eines Problems neue Probleme hervorbringt und das Teilen von Problemen nur dann hilfreich ist, wenn man den Zusammenhalt in Auge behält. Das habe ich dargelegt in einer anderen Schrift und möchte Interessierte darauf verweisen.
Das ist nun nichts Besonderes, denn diese Problematik ist schon lange erkannt und hat dazu geführt, dass man neuerdings bestrebt ist, die Disziplinen der Wissenschaft einander wieder näher zu bringen und interdisziplinäres Arbeiten zu errichten, und auch auf dem Gebiet der Krebsforschung gibt es solche Bestrebungen schon seit Jahrzehnten. Und doch haben sie zu nichts geführt als zu einer weiteren Zerstückelung der Problematik, denn die Vielfalt der Stücke im Teilen ist unendlich und führt nicht zu ‘atomaren’ Stücken, weder hier noch in der Physik.
Und so lange man Teilstücke unter die Lupe nimmt und die Lösung des Problems im Teilen sucht, wird man neue Probleme aufwerfen und Teilgebiete schaffen, die selbst wieder ausufern und zur Mutter von Teilproblemen werden und zu einer hierarchischen Stufung von Problemsichten werden, die ein Unendliches und ein Fortwährendes in sich bergen.
Und so die als ein fraktales Element der Natur erkannt ist, können wir damit aufhören, die Lösung des Problems im Kleinen zu suchen, und wir können die Hoffnung aufgeben, dass wir einen Schlüssel finden, der ins Schloss passt, wenn wir ihn im Elektronenmikroskop untersuchen, und das ist nichtig wie ich weiss, denn kein vernünftiger Wissenschaftler würde so vorgehen.
Und so ist die Frage vielmehr und richtig gestellt die folgende: ‘Wie ist das Schloss beschaffen, in das der Schlüssel passen muss?’ Und das ist nun eine schwierige Frage und sie führt uns ins Makroskopische, ganz in dem Sinne wie Frederic Vester dies ausgedrückt hat in seinem Buch „Neuland des Denkens“.
Und das ist nicht alles, denn wir müssen noch einen Schritt weitergehen, und das Mikroskopische Bild mit dem Makroskopischen Bild in Einklang bringen. Und so haben wir in etwa das Problem umrissen, um das es geht, und erklärt, welcher Aufgabe wir uns gegenüber sehen, und beschrieben, was als nächstes zu tun ist, wenn es um die Lösung eines grossen Problems geht.
Und dass es hier um die Lösung eines grossen Problems geht, ist längst anerkannt und unbezweifelt, und man mag es in Zahlen messen können, wenn man die Zahl der Krebskranken studiert oder die Zahl der Forscher studiert, die sich mit diesem Problem weltweit befassen, oder die Geldsummen betrachtet, die jährlich für diesen Zweck ausgegeben werden. Und so man die Unsummen im Auge hat, die die Menschheit jährlich und seit Jahrzehnten der Erforschung des Krebses und der ‘Therapie’ von Krebskranken ausgibt, mag man sich fragen sie nicht längst daran interessiert ist, Schritte zu unternehmen, das Problem in ganz anderer Weise anzugehen und jedwede mögliche Lösung zu begrüssen, auch wenn sie nur andeutungsweise am Horizont erscheint.
Stattdessen hat es den Anschein, als werde man neue Ansätze so weit wie möglich von sich weisen, und sie lieber negieren und auf den alten Spuren weitermachen und das Problem dort suchen, wo man es bisher noch nicht gefunden hat.
Und das ist nun nicht eine Böswilligkeit der Forscher noch ein Unvermögen der Regierungen, sondern es hat mit den Problemen wissenschaftlicher Forschung und mit den nicht minder kleinen Problemen medizinischer Forschung zu tun. Und darauf will ich an anderer Stelle eingehen und es nur insofern andeuten, als es mir klar ist und es meinem Erscheinen so beliebt, dass solche Strukturproblemen in absehbarer Zeit nicht zu lösen sind.
Und so sie nicht zu lösen sind, besteht auch wenig Hoffnung, dass wir dem Krebsproblem uns in einer wesentlichen und gewinnbringenden Weise annähern, ganz zu schweigen von dem Wunsch, dass die Krebskrankheit als solche von dieser unserer Welt verschwindet.
Und so sie nicht verschwindet und sich selbst hinwegschafft, ist das näherliegende Ziel, das uns heute als ein erreichbares vor Augen geführt wird, ein obsoletes, wenn man sagt, es käme nur darauf an, das richtige Krebsmittel zu finden. Denn wer einigermassen bei Verstand ist und Systemtheorie auch nur minimal beherrscht, der mag sich leicht und mit einfachen Mitteln klar machen, dass das Problem und seine Lösung und die Wege zu seiner Lösung unmittelbar miteinander verbunden sind und eine Einheit bilden.
Und wenn wir glauben, wir könnten ein Problem lösen ohne es zu verstehen, und eine Problemlösung finden ohne sie selbst zu suchen (was purer Zufall wäre nach gängigem Dafürhalten!), und stattdessen nur nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie man ein unbekanntes mit einer unbekannten Lösung aus der Welt schaffen kann oder ihr begegnen kann oder sie dort, wo sie auftritt - und das ist bei kranken Menschen oder bei Menschen, die sich einer Krankheit widmen oder sich ihrer bedienen - hinwegzaubern kann, der mag sich fragen, ob dies allen Ernstes und aufrichtig seine Sicht der Dinge ist und seiner Weltsicht entspricht, und ob er sich seine Welt so eingerichtet hat.
‘So eingerichtet’ soll heissen, dass derjenige, der dies und solches für sich in Anspruch nimmt, ein minimales Verstehen anstrebt, und im Verstehen keinen Zweck des Lebens sieht und seinen Lebenszweck darin sieht, ein übriges zu tun und ein Problem zu beseitigen, noch bevor es eine Lösung gefunden und uns zu einer Erkenntnis geführt hat.
Und das kommt mir wie eine Farce vor, oder wie eine ‘Abtreibung’ von Problemen, oder zumindest wie der Versuch einer solchen, und das kann mich ganz und gar nicht befriedigen. Und darum erhebe ich meine Stimme und sage, was ich zu sagen habe, und weise auf das hin, was ich für bedeutsam halte im Zusammenhang mit einer der wesentliche Zeitkrankheiten dieser Welt, und unserer Zeit und unserer Ewigkeit dazu.
Denn dass dieses Problem im Zeitlichen allein nicht zu lösen ist, das mag wiederum der Systemtheoretiker einsehen, der sich dem Problem der Chronischen Krankheiten widmet und sie als ein Zeitproblem erkennt, und der in ihnen die besonderen Strukturen der Zeitlichkeit aufscheinen sieht, und der sich nun daran macht, das Zeitliche im Menschen und das Zeitliche in seinem Verstehen, und das Zeitbegriffene in seinem Erkennen unter die Lupe seiner besonderen Betrachtungsweise zu nehmen. Und so er dies verstanden hat, mag er eingesehen haben, dass das Problem der Krebskrankheit und anderer Chronischer Krankheiten mit der Zeitlichkeit dieser Welt im Allgemeinen und unserer besonderen Sichtweise von Zeitlichkeit zusammenhängt. Und er mag sich nun fragen, ob die wissenschaftliche Sichtweise von Zeit und Zeitlichkeit ausreicht, um diesen Probleme oder Problemkreise oder Sachverhalte im Grossen angemessen gegenüber zu treten.
Und das Gegenüber Treten ist ein wesentliches Merkmal dieses Buches, denn ich will diesem Problem angemessen gegenüber treten und nicht im Kleinen etwas abhandeln, was soviel Leid verursacht und Leiden hervorbringt und Menschen zu Tode bringt oder sie verstümmeln lässt -und wieder andere reich macht und selbstgefällig, sei es am Geld oder an Erfahrnung.
Und so hoffe ich, dass es mir gelingt, ein Durchgängiges zu tun, und mir während dieser Zeit, in der ich an dieser Arbeit bin, klar mache oder doch zumindest versuche, dass ich hier und zuvorderst über Menschen und ihre Schicksale spreche, und nicht über eine abstrakte mathematische Aufgabe. Und so mir dieses gelingt, mag dieses Buch ein Gutes tun, und es mag denen zur Hilfe gereichen, die in Not sind und dies wissen, und auch denen zur Hilfe gereichen, die diese Not an ihren Mitmenschen erkennen und die nach Wegen suchen, diese Not zu lindern, und in diesem Versuchen ein aufrichtiges Gemüt besitzen.
Und so es Andere lesen, mögen sie sich darüber informieren und mögen bei sich bleiben und mögen es nicht kritisieren als einen unernsten Versuch, nur weil sie der Meinung sind, dass es mir an Ernsthaftigkeit mangelt. Doch so sie der Auffassung sind, dass es mir an Wissenschaftlichkeit mangelt und an Sachkenntnis mangelt und an Durchblick mangelt, mögen sie ihre Kritik äussern und ich werde sie mir zu Herzen nehmen, soweit mir das möglich ist.
Krebs und Neurose Montag, 1. Februar 1999
Krebs und Neurose passen nicht zusammen, denn das eine ist eine Krankheit, die die Mediziner beschäftigt, und das andere fällt in den Bereich der Psychotherapeuten, Psychosomatiker und Psychiater allenfalls.
Und das habe ich nun als Beispiel gewählt, um aufzuzeigen, wie die Zersplitterung der medizinischen Fachbereiche, von der ich gesprochen habe, dazu führen kann, dass wir Aspekte des Menschseins und seiner Abnormitäten (dazu werde ich später noch mehr zu sagen haben) in verschiedene Denksysteme einordnen und ihnen dort unterschiedliche Namen geben und sie aus unterschiedlichen Sichtweisen heraus interpretieren. Das ist nun nicht alles und doch lässt es sich subsumieren unter dem Begriff Ein und Alles. Denn Ein und Alles ist kein Begriff, den ich hier definieren will, und doch ist es eine Zielrichtung des Denkens, um es so auszudrücken, die uns einigen Nutzen bringen kann und soll, wenn wir sie in geschickter Weise anwenden.
Das ist nun nicht erhebend und doch will ich mich auf diese verkürzte Aussage hier beschränken und lieber ein Beispiel dazu machen.
Da ist Herr H., der sich in seiner Umgebung nicht mehr wohlfühlt. Er hat seinen Familienstand genommen (man beachte meine Ausdrucksweise) wie es ihm seinerzeit angemessen und ihm passend erschien. Er hat geheiratet und mit seiner Frau zusammen zwei Kinder bekommen, deren Grosswerden er mehr oder weniger hingenommen hat und sich nur ausnahmsweise daran beteiligt, in die Erziehungsmassnahmen seiner Frau einzugreifen. So sind ihm die Kinder entwachsen und sind doch die seinen als Sohn und Tochter im Alter von 12 und 11 Jahren, und er mag es sich nun angelegen sein lassen oder auch nicht so recht, sich mit den neu auftretenden Problemen der Pubertät von Jugendlichen auseinanderzusetzen. Diese führen im Allgemeinen zu einem Autoritätsverlust der Eltern und so auch hier - und Herr H. wundert sich, dass er aus scheinbar nichtigen Anlässen immer wieder angegangen wird und zum Ziel von Aggressionen wird, die ihm nicht so recht klar werden und derer er sich nur mangelhaft erwehren kann.
‘Erwehren kann’ soll heissen, dass er sie nicht als ihm passend und zu ihm passend betrachtet und sie an sich ablaufen lässt und versucht, seine Reaktionen zu mildern und in einer angemessenen und vernünftigen Weise auf die Herausforderungen seiner Sprösslinge zu reagieren und nicht überzuschnappen, wie man so sagt. Und so gesellt sich das familiäre zu seinem beruflichen Unwohlsein, das ihn, den Mitt-Vierziger, nun auch ereilt, weil der Schwung der Anfangsjahre dahin ist und die Arbeit zur Routine geworden ist, und die Umgebung sich auf ihn eingestellt hat, und er ein mehr oder weniger anerkannter und mehr oder weniger beliebter leitender Angestellter geworden ist, der sich in seinen Pflichten abrackert und das Seinige zu tun bemüht ist, die Dinge am Laufen zu halten.
Sie sehen also, ich habe ein Beispiel gewählt, das durchaus unserer Alltagswirklichkeit entspricht und für viele in der einen oder anderen Weise als übertragbar gelten mag. So ist das also mit Herrn H., der sich danach sehnt, in Ruhe gelassen zu werden und seinen Aufgaben nachkommen zu dürfen und mit seinen Nachkommen allerlei Ärger hat und diesen hinunterschluckt und sich dabei des öfteren den Magen verdirbt.
Das ist nun nichts besonderes, denn er nimmt sein Mittel und was immer dies auch sei. Im Falle von Herrn H. ist es Gastrix, er kommt damit über die Runden und schlägt sich durch sein Leben und ist damit zufrieden, dass er hin- und wieder in Urlaub fahren kann und mit seiner Frau ein Auskommen hat, wenn auch die grosse Liebe dahin ist und es auch nie gewesen ist, wenn er es genau betrachtet. Und so schleppt sich Herr H. von Tag zu Tag und lebt in den Tag hinein und geniesst die Nachtruhe und ist zufrieden im Rahmen dessen, was er als Zufriedenheit anstrebt und macht sich keine weiteren Gedanken darüber, wie das wohl in 5 oder 10 Jahren sein wird und wie sein Leben weitergehen wird und wie er aus diesem Schlamassel jemals herauskommen wird.
Er denkt wohl, es ist bisher gegangen, also wird es auch weitergehen und die Welt dreht sich, denn sie ist rund, und es scheint jeden Tag die Sonne oder auch nicht, und auf Regen folgt Sonnenschein allemal. Und so kommt er sich hin- und wieder bedeutungslos vor und verdrängt vor sich und den anderen, dass er es nur zu einer relativen Bedeutung gebracht hat insofern, als er im Betrieb anerkannt ist und mit Herr H. in einer respektablen Weise angesprochen wird und man ihm verheimlicht, dass er als veraltet und verstaubt gilt.
Denn er hat weiter keine Interessen, als sich auf dem laufenden zu halten, seine Zeitung zu lesen, wenn er dazu kommt, im Fernsehen das anzuschauen, was ihm gefällt und hin- und wieder eine Meinung zu äussern im Kreis von Kollegen oder Freunden, wenn er darum gebeten wird, oder wenn ihm etwas einfällt.
Er hat es nie verstanden, sich in den Vordergrund zu drängen, noch ist es ihm gegeben, ein auffälliges Wesen zur Schau zu stellen, sondern er gilt als zuverlässig und verlässlich und brauchbar, in jeder Hinsicht.
Und so macht er Gebrauch von sich selbst und von den Eigenschaften, die er entwickelt hat und macht sich weiter keine Gedanken über Eigenschaften, die er nicht entwickelt hat und die in ihm angelegt sein mögen. Und so kommt er eines Tages zu dem Schluss, dass ihm das Leben nicht gefällt, so wie es ist, und dass er ganz gerne einmal ausbrechen würde, es sich aber nicht zutraut und sich auch nicht traut, einen Schritt hinaus zu tun in die Welt, die ausserhalb von ihm und seinem Sichtkreis brodelt und wabert und die er an sich vorbeiziehen lässt, und höchstens einen Blick auf sie wirft und dabei ein deutliches Gefühl der Fremdheit verspürt.
Denn die Welt ist in der Tat weitergegangen und hat sich weiter gedreht und sei es auf einer Spirale, und ist nicht mehr dieselbe Welt, die er genossen hat, soweit es im Rahmen seiner Möglichkeiten lag, als er jung war und sich noch an diesen oder jenen Unternehmungen seiner Kameraden und Freunde beteiligt hat.
Und so kommt er also zu der Ansicht, dass es ein Gutes wäre, einmal hinauszugehen und etwas anderes zu tun und seine Routine Routine sein zu lassen und sich aus der Routine zu befreien in eine andere Route, die er sich vorgenommen hat. Und so fährt er eines Tages in Urlaub, und zwar ganz alleine, und das ist ein gewaltiger Schritt für ihn, denn er hat es sich zur Pflicht gemacht, immer und ewig, seinem Treueschwur bei der Hochzeit folgend, erst die Frau und dann die Familie hinter sich herzuschleppen. Und er nimmt also ein Flugticket und macht sich alleine auf und davon, und landet in Madeira, und es kann auch anderswo gewesen sein.
Das ist nicht das Entscheidende, sondern wichtig für ihn und für unser Beispiel war, dass er sich entschlossen hat, diesen Schritt zu tun und ihn auch vollzogen hat, sehr zur Verwunderung seiner Familie, die gar nicht so traurig darüber ist, dass das Oberhaupt der Familie für einige Zeit aus ihrem Gesichtsfeld verschwindet.
Und so ist das Aufatmen des Einen und das Aufatmen der Familie ein richtiges Atemholen im Leben und das Leben atmet wieder in ihm und in den anderen. Und so es so gelaufen ist, mag sich alles zum Guten wenden und es ist gut gelaufen und er kommt zurück und ist erholt und hat das eine oder andere gesehen und berichtet den Seinen darüber. Und er berichtet nicht alles, denn er hat eine Frau kennengelernt, die ihm gefallen hat und die ihm zugetan ist, und die in einer ähnlichen Situation war und doch nun geschieden ist und sich ihrer Pflichten entledigt hat insofern, als sie nun nicht mehr tagtäglich Mann und Kinder versorgen muss, sondern sich selbst und die Kinder, und das ist etwas anderes. Und so hat er in ihr einen Gesprächspartner gefunden und eine Partnerin gefunden, mit der er zum ersten Mal wieder über seine Gefühle sprechen konnte, und sich über Gott und die Welt austauschen konnte, und bei der er Verständnis gefunden hat für seine Sorgen und für seine Nöte, und dabei festgestellt hat, dass es keine grossen Sorgen und keine schlimmen Nöte sind, sondern nur die gängigen.
Und nun ist ihm wohl und unwohl zugleich, denn er kommt zurück und ist der Meinung, dass er seine Frau betrogen hat und seine Familie enttäuscht hat, obwohl nichts Wesentliches vorgefallen ist, wenn man es unter dem Gesichtspunkt der ehelichen Treue betrachtet. Und so könnte er zufrieden sein und sich seiner Erinnerungen widmen und das Leben auf neue Weise geniessen, wenn da nicht dieses nagende Schuldgefühl wäre, das ihm vor Augen hält, dass er nun, treu und ehrlich wie er ist, alles auf den Tisch legen müsse und darüber berichten müsse, was er getan und was er nicht getan hat und sich dem Urteil seiner Familie stellen.
Das ist nun nicht alles, denn er hat es tatsächlich getan und hat berichtet und hat damit seine Welt aus den Angeln gehoben und hat die Seinen verschreckt, denn sie wissen nicht, was er vor hat und sie wissen nicht, was er wirklich getan hat, und sie zweifeln an dem, was sie bisher immer geglaubt haben, dass er die Verlässlichkeit in Person sei.
Und so er es nun so weit gebracht hat, beschwört er aufs Neue die Familienbande und äussert sich zufrieden über die Treue der anderen und dass sie immer zu ihm gehalten haben und weiss doch nicht, dass seine Frau die eine oder andere Bekanntschaft auch gehabt und diese allerdings vor ihm verschwiegen hat.
Und so tut er nun ein Übriges und nimmt sich vor, sein schlechtes Gewissen dadurch zu bekämpfen, dass er sich nun der Familie ganz besonders zuwendet, der er auf die Nerven fällt, weil er sich nun in alles einmischt, was sie nicht gewohnt sind, und mit Rat und Tat ihnen zur Seite stehen will, wo sie weder Rat und schon gar nicht seine Tat brauchen, und so bringt er das Gefüge seiner kleinen Welt noch mehr durcheinander.
Und zu seinem Schuldkomplex gesellt sich nun der Schuldkomplex der lieben Ehefrau, die ein ganz harmloses Wesen ist und niemandem wehtun will, und die nun selber zaudert und daran herumrätselt, und dann wieder zögert, ob sie ihm die Wahrheit über sich und ihre Verfehlungen sagen soll.
Und so sie es nicht tut ist sie eine Lügnerin und Betrügerin und Schwindlerin zumindest, und so sie es tut, erschüttert sie seinen Glauben an sich und ihre eheliche Treue und muss im nachhinein rechtfertigen, warum sie dies und das getan hat, was ihr aber längst entfallen ist, denn es hat sich so ergeben und sie hatte keine besonderen Absichten dabei.
Und so kommt nun alles durcheinander, denn in einer schwachen Stunde ermannt sie sich und gesteht ihm ihre Untreue und verwirrt ihn aufs Neue und reizt ihn zur Bockigkeit und bringt ihn dazu, sich als Tölpel zu sehen.
Nun, wo er gestanden hat, und gesehen hat, dass nicht viel dabei war und er nun darüber rätselt, was seine Frau getrieben hat und was sie nicht getrieben hat, und was sie ihm gestanden haben mag von alledem. Und so nagt der Zweifel an seinem Herzen und die Wut zwickt ihn im Bauch und er weiss doch, dass er ihr nicht übel nehmen darf, was er selbst getan hat, denn er ist ein vernünftiger Mensch und liebt die Gerechtigkeit und möchte nicht ungerecht werden gegen sich und die anderen.
Und so ist das Ganze auf die schiefe Bahn geraten und hat ein Schiefes erhalten im Nachhinein und löst das Schiefe ab, das vorher in der alltäglichen Gleichgültigkeit untergegangen ist. Und so sitzen sich nun die beiden gegenüber und suchen Rat bei einem Ehetherapeuten und versuchen ihm klar zu machen, dass sie sich lieben und dass sie sich gegenseitig verletzt haben, was keiner von ihnen so recht glauben mag und wollen von ihm wissen, wie sie nun weitermachen können. An dieser Stelle will ich die Geschichte unterbrechen und uns zum Nachdenken geben, denn es ist genügend Stoff, um sich daraus das eine oder das andere herauszuziehen, was zu unserem Thema passt.
Und so möchte ich damit beginnen, das Thema 'Eheliche Untreue' unter die Lupe zu nehmen und herauszuheben, wie dieses altehrwürdige Verständnis von Ehe und Familie und von ehelicher Treue und von göttlicher Herrlichkeit im Menschen uns dazu bringen kann und häufig dazu bringt, ein unnötiges Leiden in die Welt zu setzen.
Und so es so ist, wie ich es beschrieben habe und in der Geschichte erzählt habe, mag man sich meiner Meinung anschliessen und sagen, der Mann war ein Dummkopf und hätte er nur den Mund gehalten. Nun, das ist zu einfach und bringt die Dinge in ein schiefes Licht und das lag nicht in meiner Absicht, als ich die Geschichte begonnen habe. So mag es also dabei bleiben, dass man die Geschichte von verschiedenen Seiten betrachten kann und sich bei der Betrachtung dieser Geschichte so manch andere Geschichte sich in uns regt, die wir kennen oder selbst erlebt haben, und so mögen wir in Schwierigkeiten geraten, wenn wir uns vorstellen, wir seien die Richter und müssten ein gerechtes Urteil fällen.
Doch darum geht es nicht, dass wir hier zu Gericht sitzen, sondern wir wollen die Ausläufer dieser Geschichte verfolgen, wie sie sich in uns hineinwinden und welche Gefühle sie in uns auslösen und welche Haltungen und Einstellungen und Meinungen sich in uns dazu bilden. Und dazu erzähle ich diese Geschichte und auch noch weitere Geschichten, dass wir an ihnen das Rumoren in uns erkennen, das sich aus dem Zwiespältigsein des Menschen ergibt und das uns in ein Für und Gegen hineindrängt und so wir ehrlich mit uns selber sind, oft beides zugleich. Und so können wir für den Mann und gegen die Frau sein oder gegen den Mann und für die Frau, oder gegen die Ehe und für eine grössere Freizügigkeit im Umgang der Geschlechter miteinander und dabei wieder an die vielen Entscheidungen und Unglücksfälle denken, die insbesondere Kinder von Geschiedenen betrifft und zu dem Schluss kommen, das Ganze ist ein sehr verwickeltes Ding.
Das ist es in der Tat, und darauf will ich hinweisen - einerseits. Doch andererseits will ich aufzeigen, dass es sich hier um eine Neurose der Gesellschaft handelt und dass die Neurose einer Gesellschaft bisher kaum im Blickpunkt des öffentlichen Interesses gestanden hat, dass die Neurose einer Gesellschaft um nichts weniger wiegt, als die Neurose eines Einzelnen. Und so wir den Begriff der Neurose überhaupt gelten lassen, was ich hier vorläufig tun will, so mag es uns passen, dass wir diese beiden Seiten und Möglichkeiten des Neurotischseins erwägen und nicht nur die Neurose des Individuums als das Gegebene hinstellen.
Denn das Individuum ist eingebunden in ein Gesellschaftliches, und dieses Gesellschaftliche ist ein ‘Individuum’ eigener Art und ist doch nicht individuell im wahren Sinne des Wortes insofern, als es geteilt werden kann, und auch Völker geteilt werden können, wie die jüngere Geschichte uns lehrt. Und so ist das Unteilbare einer Gesellschaft ein anderes als das Unteilbare des menschlichen Wesens und ist doch ein Unteilbares insofern, als die Teilung eine gewaltige Anstrengung und eine gewaltsame Auseinandersetzung erfordert.
Und so mag uns auch dies die Geschichte lehren, dass Teilungen sich nicht von selbst ergeben und sich nicht von selbst ergeben haben, sondern in Auseinandersetzungen, die im eigenen Volk oder mit befreundeten Völkern ausgetragen wurden. Und hier meine ich mit befreundet natürlich einen umfassenden Begriff von Freundschaft und Feindschaft insofern, als Freund und Feind zwei Seiten einer Medaille sind, und Auseinandersetzungen im Guten zwischen Freunden und eine Auseinandersetzung im Schlimmen zwischen Feinden abzulaufen pflegt, und so eine Auseinandersetzung sich aus dem Guten ins Schlimme entwickelt, mögen aus Freunden Feinde werden, und auch dafür gibt es zahlreiche Beispiele in der Geschichte. Und so eine Auseinandersetzung vom Schlimmen sich wieder ins Gute verlagert, o mögen aus Feinden Freunde werden und auch dies lehrt uns die jüngere Geschichte.
Und so ist das mit dem Freundsein und mit dem Feindsein ein temporäres Ding und ein vorübergehendes allemal und ist zeitgebunden und unterliegt einem Prozess und unterwirft sich selber der Prozesshaftigkeit des Lebens. Und das was un für Völker gilt oder für Teilgruppen in diesen, das gilt auch für den Einzelnen und so mag man sich mehr Gedanken darüber machen, in welcher Form Auseinandersetzungen in einem System stattfinden. Und das Auseinadersetzende in einem Prozess ist nach gängigen Gepflogenheiten ein dialektisches und ein widersprüchliches, und ein Widersprüchliches kann sich dialektisch in Szene setzen, muss es aber nicht und so haben wir ein Beispiel dafür, wie die Neurose eines Volkes als ein Widersprüchliches zu sich selbst in Erscheinung treten kann. Und so komme ich zurück zu meinem Thema und dem Lieblingsbund der Götter zwischen den Menschen, nämlich der Hochzeit von Mann und Frau.
Und so es eine Hoch-Zeit und eine hehre Zeit und eine besonders schöne Zeit gewesen ist, so mag es eine solche bleiben und sagt es doch nichts darüber aus, wie sich Mann und Frau weiterentwickeln und wie die Zeiten werden, die sie sich vorgenommen haben zu durchleben. Und dies ist nicht nur eine Frage ihres Schicksals, sondern auch eine Frage ihrer persönlichen Gestaltung, und somit weise ich auf einen weiteren Themenkreis hin, der uns noch zu schaffen machen wird und auch in aller Realität häfig zu schaffen macht.
Denn ganz gleich wie wir es sehen, wir haben auch hier ein Widersprüchliches und ein Machwerk des Guten und des Bösen in uns, denn das Schicksal gilt als Machwerk des Guten und das Auflehnen gegen dasselbe als Machwerk des Bösen oder als Anfechtung oder Versuchung oder wie auch immer und in welch allegorischer Form auch immer es in der Geschichte der Menschheit mythologisiert wurde. Und doch ist es eindeutig ein Machwerk, nämlich ein Machwerk von Menschen und ist nichts Allgewaltiges und von Aussen kommendes und uns auferlegtes als Mensch so wie wir es uns auferlegt haben, eine Nase zu entwickeln und eine Nase zu besitzen und jeder Mensch eine Nase hat, wenn er nicht ins Abnorme gerät oder einen Unfall oder eine schlimme Krankheit hatte.
So mag es uns nun deuchen, oder dünken oder einfach vorkommen, als sei das Gute und das Böse in dieser Welt und es mag uns so vorkommen, als müsse sich die ganze Welt als eine Auseinandersetzung von Gut und Böse darstellen und ist es auch, wenn wir daran glauben und an diesem Glauben festhalten und diesen Glauben (oder Glaubenssatz) in unser Leben einbauen oder eingebaut haben oder ganz einfach niemals aus ihm entfernt haben.
Denn was wir glauben, das wirkt als gestaltbildendes Element in unserem Leben und bildet gleichsam die Streben, die unser Leben festigen und ihm Ziel und Richtung vorgeben, damit wir im Leben das erlernen und zu verstehen trachten, was unser Leben ausmacht. Und das ist ein individuelles Leben oder ein Dasein im Hiersein, wie ich es gerne nenne, und ein Hiersein insofern, als es uns als Mensch gegeben ist, solche Bestrebungen aufzubauen, dass sie uns in den Dingen unterrichten, die wir am Nötigsten zu lernen haben. Ich bediene mich hier einer einfachen Sprechweise und verzichte darauf, das Ganze ins Philosophische zu bringen, obgleich man es auch philosophisch betrachten kann, und es sich dann ein wenig anders anhört als hier und doch letztlich auf ein und dasselbe hinausläuft.
So man es so sieht, so ist das Leben ein sinnvolles und wenn man nicht daran festhalten will, dass das Leben keinen Sinn hat und dass unser Hiersein ein Zufälliges ist, ein genetisches Fuhrwerk obendrein, so mag man sich dieser Meinung vorläufig anschliessen und sie dennoch überprüfen und ihr einen Glauben nur dann verleihen, wenn wir uns davon überzeugt haben, dass diese Ansicht trägt.
Das was uns kranken macht Dienstag, 2. Februar 1999
Das was uns kranken macht, ist nicht nur das, was uns kränkt. Denn dass ein Sich Kränken zum Krankwerden führen kann, das ist bereits gesagt worden, und man kann es in den Schriften der Heidelberger Schule (Zitat) und sicher auch anderswo nachlesen.
Und so mag es jedem Kranken nutzen, wenn er sich darüber Gedanken macht, und insbesondere seine Gefühle dazu beachtet, und seine Kränkungen auflistet, die er in seinem Leben erfahren hat.
Und so er an diesem hin und wieder arbeitet - und ich empfehle nicht, es andauernd zu tun, weil dies eine Kränkung besonderer Art herbeiführt - so mag ihm das eine oder andere aufgehen über sich selbst und über das, was bei ihm Kränkung hervorrufen kann.
Denn es ist nicht eine objektive Kränkung als ein Von Aussen Kommendes, die uns kränkt und so etwas wie eine objektive Kränkung gibt es nicht, sondern es ist unsere besondere Struktur und unser individuelles Reaktionsmuster und unsere individuelle Wesensart, wie ich zu sagen pflege.
Und so möchte ich darauf verweisen, dass wir im Kränken von anderen, und im Sich Kränken an Anderen, einen Schlüssel finden und eine Tür öffnen und ein Erkennen üben können über uns selbst.
Und so wir gesehen haben, was uns kränkt, mag man es damit nicht genug sein lassen und nicht auf die Kränker oder die Urheber der Kränkung schimpfen oder schelten, was beinahe dasselbe ist, sondern man mag sich fragen, was in uns so angelegt ist, dass wir auf diese oder jene Aktion, die von ausserhalb zu kommen scheint, mit einer Kränkung beantworten.
Und so mag es auf mancherlei Wesenszüge aufmerksam machen, die dem Menschen zu eigen sind, und die ihm angeboren zu sein scheinen, und die doch veränderbar sind, wenn man mir und meinen Gedankengängen folgt.
Und so mag es beim einen der Stolz sein, und beim Anderen die Habsucht, und bei wieder einem anderen die Geltungssucht, und wenn man diese Liste fortsetzt, so wird man zu allerlei Süchten kommen und sich fragen, wie denn diese mit dem Krebs zusammenhängen.
Und so es sich um Süchte handelt, so ist das nächste Thema nicht fern, denn wo Süchte sind, das sind auch Ängste, und wo Ängste sind, mögen Süchte sich verbergen. Und so man dieses genauer untersucht, mag man auf merkwürdige und hilfreiche Spuren kommen.
Denn das Süchtige (das ich in einem anderen Kapitel noch ausführlicher beschreiben werde) ist ein Suchen nach Gott (um es in der alten Sprache zu sagen) oder ein Suchen nach sich selbst, anders ausgedrückt, und das mag weniger offenkundig sein als die gängigen Definitionen in Begriffen von ‘Abhängigkeit’ oder ‘besonderer Prägung’ oder ‘spezieller chemotoxischer Wirkung’.
Und so wir uns die Drogensucht vor Augen führen, mag es uns erscheinen, als sei das Süchtig Machende in den Stoffen, die der Einzelne zu sich nimmt - sei es Haschisch oder Marihuana oder Koks oder sonst ein Kiffbares, und dazu gehören selbstverständlich auch Alkohol und Nikotin und Coffein und all die anderen süchtigmachenden Genussmittel, die wir solcherart und heute zu denunzieren pflegen und uns des Denunzierens nicht genugtun können und die harmlosen Substanzen für etwas verantwortlich machen, was in ihrer Verantwortung nicht liegt, sondern ganz allein in der unsrigen.
Und das will ich an einem Beispiel klar machen, das gängig ist und das der eine oder andere kennt und worüber häufig zu lesen ist. Es betrifft einen Jugendlichen namens Hans B., der schlussendlich in einer Drogenberatungsstelle auftaucht und dort um Hilfe bittet. Er erzählt eine merkwürdige Geschichte.
Er war früher ein fleissiger Junge und ein guter Schüler, und ist von Haus aus ein gutmütiges Kind gewesen und hat versucht, sich an seine Eltern anzuschmiegen und seine Geschwister zu lieben. Denn er hat noch drei Brüder, die alle älter sind als er, und er hat sich als Nesthäkchen der Familie zunächst recht wohlgefühlt und war zufrieden und selbstgenügsam, soweit er sich heute noch daran erinnern.
Heute -und das ist im Alter von sechszehn Jahren - ist er gekippt und er hat seit zwei Jahren gekifft und hat dieses und jenes probiert und ist nur knapp am Heroin vorbeigegangen. Und weil er das Probieren nicht sein lassen kann und es ihn immer wieder anzieht und ihn weiter treibt und ihn nach neuen Erfahrungen drängt, will er sich nun dazu bekennen und es offenlegen, so weit dies nötig ist, und bei fremden Menschen Hilfe suchen, denn zuhause kann er nicht darüber sprechen.
Und auf die Frage, warum er glaubt, dass er zuhause nicht darüber sprechen könne, erfährt die Drogenberaterin eine gängige Geschichte, die sie kennt und schon oft gehört hat, und die sie nachbeten könnte, und die jedesmal fast gleichartig lautet, wenn auch mit verschiedenen Facetten und Schnörkeln ausgestattet.
Er sei, sagt Hans, in einem strengen Elternhaus, und man achte dort auf Ordnung und Zucht (und ‘Zucht’ sagte er nicht, sondern ‘auf ein geregeltes Miteinander’). Und die Drogenberaterin fragt sich zum x-ten Mal ob denn das Züchtige in der Familie und das Züchtigende beim Vater insbesondere mit dem Süchtigen der Kinder oder anderer Familienangehöriger zusammenhängen möge.
Nun, wir wollen uns nicht in einer Wortspielerei ergehen und uns nicht damit begnügen, dass hier ein ähnlich lautendes Wort solche Assoziationen in uns weckt und doch vielleicht nichts besagt, sondern vielmehr den Dingen auf die Spur kommen, die der Sucht zugrunde liegen.
Und wenn wir und damit beschäftigen, und wer sich von Berufs wegen häufig damit befassen muss, der wird sich daran erinnern, dass ein Freiheitsbedürfnis und ein den Rahmen sprengendes Verhalten bei den Süchtigen häufig zu finden ist. Und so man danach sucht, wird man es noch häufiger finden, doch ich will nichts auf die Spitze treiben und damit den Süchtigen das Wort reden, denn sie sind es selber, die die Dinge auf die Spitze zu treiben pflegen, und darin in ihrer Wesensnatur oder in ihrer Umgebung oder in beidem behindert werden.
Denn man kann nicht alles den Eltern anlasten und auch nicht der Schule und den Lehrern oder den anonymen Verhältnissen einer Gesellschaft zuschieben, was als Lernprozess im Menschen angelegt ist.
Und so mag der Süchtige ein zwiespältiger Mensch sein, der auf der einen Seite eine Veranlagung zum Ekstatischen und zum Auf die Spitze treiben hat, und auf einer anderen Seite ein ängstlicher Mensch ist, der vorsichtig agieren möchte und nirgends anecken, und der die Anpassung zu leisten bestrebt ist, die uns allen auferlegt und abgezwungen wird.
So er des einen zuviel tut, kommt der Andere in ihm hoch und wird äusserst rebellisch und greift zu Mitteln, die ihn über die Stränge schlagen lassen, und die den Rahmen sprengen, in dem sich der Betreffende bewegt.
Und so mag es häufig geschehen, dass die ‘linke Hand nicht weiss, was die rechte tut’, und die rechte Hand sich nicht darum schert, was die linke möchte. Das Zwiespältige in solchen Menschen treibt sie hinaus aus der gesellschaftlichen Gepflogenheit und aus dem geregelten Miteinander, und lässt sie nach Verfehlungen suchen, die sie auffällig macht.
So ist das ‘Auffällig werden’ ein Grundelement des Süchtigen, und so sehr er sich verbergen mag, weiss er doch instinktiv, dass er im Süchtigen auffällig wird und in der einen oder anderen Weise auffällig werden kann, und dass man es eines Tages entdecken wird, auch wenn er es noch so gut verbirgt oder zu verbergen sucht.
Und so ist es in dem Suchtzweck eingebaut, dass das Rebellische ein Gegen-Rebellisches hervorruft, und die Gesellschaft oder die Obrigkeit oder beide auf den Betroffenen aufmerksam werden und ihm vor Augen führen, was aus ihm geworden ist. Und so es offenkundig wird, mag er es vor sich selbst nicht mehr verbergen, und er kann die Dinge nun in Augenschein nehmen, die in ihm angelegt sind.
So mag der Süchtige als ein vehementes Exemplar seiner Spezies erscheinen und ist doch auch ein sanftmütiger Mensch, und der Eine kommt mit dem Anderen nicht zurecht. Und so es dieser Widerspruch ist, kann man ihm leicht helfen und ihm Wege zeigen, wie er mit dem Einen und dem Anderen in sich auskommen und leben kann, ohne die gesellschaftlichen Regeln zu sprengen, und ohne sich im Rebellisch werden zu vertun.
Und so er das nicht ist oder nicht zu sein scheint, so mag man nach anderen Mustern suchen, die in einem Wesen angelegt sind und die sein Süchtigwerden hervortreten lassen in der einen oder anderen Weise.
Wie dem auch sei, es lässt sich leicht beobachten, dass eine Gesellschaft, die sich eine freie nennt und die das Freizügige liebt und Freizügigkeiten gewährt, und die über den Durchschnitt hinaus freizügig ist, sich mit dem Problem des Süchtigen und den Suchtproblemen im allgemeinen besser stellt und mehr vollbringt als eine Gesellschaft, die strikt und von oben mit Zwangsmassnahmen dagegen vorgeht.
Und das sage ich obwohl ich weiss, dass die Statistiken dagegen zu sprechen scheinen, und dass in autoritären Staaten die Zahl der Suchtkranke eine mindere zu sein scheint, und dass man insbesondere und an mancher Stelle das Dritte Reich lobend hervorheben mag, wo die Süchtigen weitgehend ausgemerzt wurden. Und so man es so kurzsichtig sehen will, habe ich nichts dagegen, denn dann wird man sich auch weiterhin in seinen Begründungen verirren und die falschen Massnahmen ergreifen, und nach noch mehr Polizei und Kontrolle rufen und strengere Gesetze fordern, und damit das Problem verschärfen und auf die Spitze treiben und so der Sucht der Einen eine Ordnungssucht des Anderen, und diese noch im Allgemeinen, gegenüber stellen.
So man aber zur Milde neigt, und das Milde sucht, wird man die scharfen Gegensätze vermindern, die zu solch krassen Massnahmen zu zwingen scheinen.
Und so mag ich diejenigen loben, die mehr Freizügigkeit fördern, und ein Geregeltes und Helfendes in der Suchtbehandlung anstreben, und möchte ihnen sagen, dass sie auf dem richtigen Wege sind.
Und auf dem richtigen Weg sind wir alle, denn das Zwiespältige im Menschen ist heute reichlicher vorhanden als früher, so wie es mir erscheint, und daher mag sich die Erkenntnis über kurz oder lang von selbst durchsetzen, dass verschiedene Wesensarten in ein und demselben Menschen sich vereinigen können und tätig werden können und in ihrer Umgebung akzeptiert werden.
Und so es das Widersprüchliche im Menschen ist, das wir zu verstehen suchen, sind wir selbst auf einem richtigen Weg und haben nicht nur das Suchtproblem vermindert, sondern auch einiges dazu getan, dass sich das Krebsproblem entschärfen kann.
Und so es noch jemanden gibt, der nicht einsehen mag, dass zwischen dem Suchtproblem und dem Krebsproblem ein innerer Zusammenhang besteht, so mag er weiterlesen und sich noch weiter abmühen und sich danach eigene Gedanken erlauben.
Wer aber jetzt schon das Denken anfangen möchte, und aus den gewohnten Bahnen des Denkens aussteigen möchte, und die eingefleischten Denkkategorien verlassen möchte, der mag darüber nachdenken, wie das Süchtige und das Süchtigmachende im Menschen und insbesondere in der Seele des Menschen - denn dort ist es zu finden - sich unserem suchenden Blick und unserem erblickenden Erkennen verbergen mag. Denn es muss Gründe dafür geben, dass wir so offensichtliche Zusammenhänge in Wirklichkeit und schon seit so langer Zeit nicht wahrzunehmen vermögen und statt dessen sonstwo die Lösung eines Problems suchen, die uns doch so nahe ist.
So mag es mit daran liegen, dass wir gar krause Vorstellungen vom Wesen des Menschen und noch grausigere Vorstellungen von der Seele des Menschen entwickelt haben, und unsere so ausgedehnte und tiefschürfende Wissenschaft von der Psyche des Einen - denn darum handelt es sich zumeist - nicht in der Lage ist, das Suchtproblem zu sehen, und unsere fortschrittlichen Erkennenden auf den Gebieten der Soziologie und Sozialpädagogik auch noch irre gehen, und unsere Politiker noch eines obendrauf setzen, indem sie meinen, das Problem lasse sich wegorganisieren oder durch gesetzliche Regelungen lösen.
So mag es den einen oder anderen verwundern, und ich zähle mich zu beiden, dass wir nicht mehr über die Seele wissen und zu sagen haben, als das es im Menschen etwas geben mag, das krank werden kann, und dass die Seelenkrankheiten gar schlimme Krankheiten sind, die der normale Arzt nicht behandeln kann und wir dafür eine Spezialistengattung bräuchten und in den Psychiatern auch eine solche emporgezogen haben. Und so diese es ernst meinen, könnten sie ihrer Aufgabe gerecht werden und sich um einen anderen Beruf bemühen, denn die Seele des Menschen und die Seele des einzelnen Menschen und die Individualseele, wie die Esoteriker sie nennen, um sie von der Gruppenseele zu unterscheiden, also diese wie auch immer aufgefasste und benannte Seele ist nichts, wofür man ein wissenschaftliches Studium bräuchte, und schon gar nicht einen ganzen Berufszweig.
So will ich hier nur so viel sagen, dass ich froh bin, dass wir uns in unseren Seelenerforschungsinstituten dermassen vertun, wie dies heute geschieht, und wir dadurch das Unheil in der Welt begrenzen, das noch ein viel grösseres sein könnte, wenn sie (die Fachleute) mit mehr Verstand zu Werke gingen.
Und so will ich dieses Kapitel beschliessen und damit zum Schluss kommen, dass ich darauf verweise, dass die Krebskrankheit ein seelisches Problem zuvorderst ist - und habe damit nichts gesagt, was in irgendeiner Weise verstanden werden könnte.
Das Andere in dieser Welt. Mittwoch, 3. Februar 1999
4Das Andere3 ist ein spezifischer Begriff, den ich hier in einem eingeschränkten Sinne erklären und verwenden und behandeln möchte. Es ist nicht das Andere im Gegensatz zum Einen, sondern ‚das Eine im Anderen‘ und ‚die Einheit in der Vielfalt‘. Und nicht das Zusammengesetzte und das Zusammenhaltlose in einem, sondern es ist ‚das Andere vom Einen‘.
Und das ist an sich nur philosophisch zu verstehen und doch will ich es in einem Stil erläutern, der den meisten von uns zugänglich ist. Es ist, als ob wir von einem Baum sprechen und ihn unserem Begleiter zeigen und ihm erläutern, was wir sehen. Und so er uns fragend anschaut, mögen wir sagen, "nein, ich meine nicht diesen Baum, ich meine den anderen Baum.“ Und wenn es sich um andere und weniger gegenständliche Begriffe handelt, so mag man auf einen anderen Begriff verweisen als den eines Hauses und ein Gebäude meinen oder einen Schuppen oder einen Stall oder was es der Begriffe mehr geben mag, um ein Anderes auszudrücken als ein Haus. Und so wir ein Wohnhaus meinen, kann das andere ein Geschäftshaus oder ein Kaufhaus sein und wir können damit auch noch etwas anderes meinen. So ist das Andere häufig eine Unterteilung in einem Subsystem, in einem System und meint ein Untersystem oder etwas ähnliches. Und so wir ein anderes in diesem Sinne meinen, ist es ein Analoges oder ein verwandtes oder eine in Beziehung gesetztes und ein beziehungsweises dazu.
So wir das Andere aber als ein Unterschiedliches benennen und es ganz anders sein kann, und im Ganzen ein Anderes ist, so mögen wir auf den Unterschied verweisen und ein Unterscheiden anfordern und unser Gegenüber zum Unterscheiden desselben bewegen. So ist ein andererseits eine andere Seite, die nicht einfach in der betrachteten Seite enthalten ist und doch mit ihr in einem Zusammenhang stehen mag, insofern, als es die andere Seite von etwas ist und dieses Etwas können wir als Übersysem bezeichnen. Und so ist das Übersystem auch ein Untersystem, wie ich es in meiner Systemtheorie erläutert habe und die nicht gängig ist und denen fremd erscheinen mag, die an Systemtheorie gewohnt sind und systemtheoretisches Denken bereits geübt haben.
Damit habe ich eine andere Systemtheorie begründet und nicht eine andere Version der bereits existierenden Theorien entworfen und so mag man hier von einer anderen Systemtheorie sprechen und sie im Unterschied zu den bestehenden meinen und verstehen. Und so man es nur meint, kann es richtig oder falsch sein und es beschreibt eine Ansicht, die man von etwas hat und die seine Ansicht ist und in seiner Meinugn enthalten ist, und so mag seine Meinung eine eigene sein und sich von meiner Meinung unterscheiden, und insofern ist es ein Anderes von mir. Dieses ‚ein Anderes von mir‘ stellt eine Beziehung her und bildet ein Beziehungsgefüge in mir insofern, als ich davon höre und mir im Unterscheiden eine Wahl machen kann und die mir zur Wahl gestellten Sachen einen Markt bilden, auf dem ich mich bewegen, und in dem ich wählen kann. Und so mag man das Andere von mir als ein ‚offenes System‘ bezeichnen, das sich beliebig ergänzen lässt um Dinge, die in meinen Markt passen und die sich in meinem Markt einfinden und sei es ein Fiktives oder ein Ausgedachtes oder ein bloss phantasiertes System.
Und so ist das ‚offene Anderssein‘ ein wesentliches Element meiner Theorie vom Anderssein und meine Anschauung vom Menschlichen sowieso. Und so gesehen ist kein Mensch nur sein eigener Herr sondern er ist zugleich auch ein Hund von anderen Herren und ein Diener von anderen Befehlshabern und Autoritäten und Meinungsbildnern sowieso. Und so er sich seine Meinung bildet, ist es nur seine Meinung und nicht unbedingt die Meinung Anderer, und er mag sie in sich als die Seinige erkennen und kann dies nur dann als die Seinige erkennen, wenn er sie im Unterschied zu anderen betrachtet. Denn so er glaubt, dass seine Meinung die Meinung aller sei, mag er nicht hervorheben wollen, dass seine Meinung etwas Besonderes ist. Und so ist das Meinen ein geläufig Ding und führt häufig zu Missverständnissen insofern, als man selten heraushört und oft auch nicht beabsichtigt ist, das Differenzieren mitzuliefern, und es dem Anderen überlässt, ob man sich im Gängigen oder im Besonderen bewegt.
Das ist nun nicht erhebend, denn jeder erlebt es ständig und kann darauf verweisen, dass er diesen Missverst&au |