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Was ist ein Symbol?

Signale
sind "Zeichen für etwas" (E. Husserl).
z. B. Buchstaben (UNO, STOP), z. B. Wegweiser

Symbole
sind Dar-Stellungen einer emotionalen Aussage, einer "Kundgabe" (Husserl)

a. figurative, assoziative Darstellungen einer emotionalen Aussage z.B. der Gekreuzigte, Denkmäler, im Test: Vogel für Gelb
b. als Sinnesempfindung durch Farben und Formen dargestellte Emotionen, z.B. abstrakte Malerei, der Mercedes-Stern, im Test: weisser Kreis für Gelb.

Die zwei Bedeutungen des Begriffes Symbol

Die Gefahr ist gross, dass man unter "Symbolik der Farben" nicht das versteht, was wirklich gemeint ist. Darum ist es nötig zu wissen, dass der Begriff "Symbol" zwei radikal verschiedene Bedeutungen hat. Man muss unterscheiden zwischen den assoziativen und den primär emotionalen Symbolen, also zwischen Weiss als assoziative, kulturell bedingte Farbe des Todes und Weiss als primär Empfindung und als Darstellung der Emotion Freiheit.

Das assoziative Symbol:

Die Nationalfarben von Italien sind rot, weiss, grün, die von Frankreich blau, weiss, rot. Diese Farbzusammenstellungen sind die Symbolfarben der beiden Nationen. Es gibt zahlreiche solche Symbolfarben für Firmen und Produkte, z. B. von Benzinmarken oder Cigarettenmarken.

Dass bestimmte Farben eine solche Symbolbedeutung haben, das kann man nur durch Erfahrung lernen. Diese Art von Symbolfarben sind daher assoziative Symbole.
Die assoziative Verwendung der Farben dient

a. als Zeichen und als Signal z. B Weiss als Markierung auf Strassen
b. als kulturelles Symbol z. B. Weiss als Farbe des Todes.

Das primär emotionale Symbol:

Dasselbe Wort Symbol hat aber noch eine zweite, eine radikal andere Bedeutung. Das Symbol ist dann nicht assoziativ begründet, sondern emotional, genauer psychophysiologisch verursacht. Die Frequenz der Farbe Dunkelblau oder Orangerot wird universell genau gleich wahrgenommen. Sie wird objektiv als Dunkelblau beziehungsweise als Orangerot empfunden.

Diese objektive Bedeutung einer Farbe kann mit den Dimensionen der Regulations-Psychologie allgemeingültig definiert werden. Zum Beispiel: Dunkelblau hat die Struktur 1: sedativ (rezeptiv, konstant, integrativ) und bedeutet "beruhigend", Orangerot hingegen hat die Struktur 3 stimulierend (direktiv, variabel, integrativ) und bedeutet "erregend".

Diese psychischen Grundstrukturen, die fälschlich auch "Archetypen" genannt werden, können auf viele Arten dargestellt werden, zum Beispiel als Farbe, als Form und verbal als Begriff oder als ideelles Konzept. Solche Darstellungen der psychischen Strukturen das sind emotionale Symbole. Je einfacher die Darstellung ist, desto allgemeiner wird das Symbol erlebt oder verstanden. Besonders einfach wahrgenommen werden Farben und auch Grundformen wie Kreis und Quadrat. Sie werden in ihrer Eigenart spontan empfunden. Farben und Grundformen sind daher universell verständliche emotionale Symbole.

Emotional gewählte Farben zeigen die emotionalen Eigenschaften des Menschen, sein Verhalten, seine Absichten, seine Arbeitsweise und seine Disposition zu Krankheiten.
Image und Design

Das Wort "Image", das eigentlich "Bild" bedeutet, ist irreführend. Das Image ist weder als Bild sichtbar, noch ist es genau genommen als Bild vorstellbar. Das Image ist das, was man als das Charakteristische erlebt. Es ist somit die erlebte Struktur des jeweiligen Objektes. In der Psychologie heisst Struktur seit 1890 nach Christian von Ehrenfels "Gestalt", in der Werbesprache heisst sie "Image". Das Image kann somit das Charakteristische für einen Menschen, ein Firma, eine Melodie oder sonst irgend ein Objekt sein. Kurz gesagt:

* Das Image ist die erlebte Bedeutung
* Das Design ist die sichtbare Darstellung

Beide können übereinstimmen oder sich ergänzen oder sich widersprechen. Ist ein Beruhigungsmittel in einer dunkelblauen Gelatinekapsel verpackt, stimmt das farbliche Design mit der Wirkung und dem Image des Produktes überein. Ist bei der Kapsel hingegen die eine Hälfte rot und die andere schwarz - wie es bei einem bekannten Tranquilizer tatsächlich der Fall ist - und drückt damit leidenschaftliche Aggression aus, so widersprechen sich Image und Design.

Ergänzen könne sich das Image und das Design, wenn die formalen und farblichen Gestaltungselemente dem Image, z.B. einer Firma, entsprechen. Während der exakte und zugleich dynamische Mercedes-Stern das Firmenimage ergänzt, lässt der jugendstilartige Schriftzug von Ford keine technische Firma vermuten.