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Die homöopathische Urtinktur der Pflanze - und wie wir sie verstehen können
In der abendländischen Medizin haben Heilpflanzen einen festen Platz. Seit Jahrtausenden wenden Menschen sie zur Behandlung und Vorbeugung ihrer Erkrankungen an. Pflanzen bilden unsere Lebensgrundlage. Sie dienen Menschen und Tieren als Nahrung. Sie verwandeln die Energie der Sonne und die Mineralstoffe der Erde und machen beides für uns nutzbar. Die Sonne ist das zentrale Prinzip, das Leben auf unserem Planeten überhaupt erst ermöglicht. Sie spendet Wärme und Licht. Pflanzen sind Vermittler, die die Sonnenenergie für unseren Organismus transformieren. Die Pflanze als Sonnenvermittlerin ist nicht nur unsere Nahrungsgrundlage. Die Sonne ist über den Weg der Pflanze auch der Urgrund jeder homöopathisch-pflanzlichen Arznei.
Die Heilkraft einer Pflanze kommt in ihrem Wesen zum Ausdruck, dem inneren Kern, in dem die geistige Idee verborgen ist. Im Wesen sind alle Eigenschaften als Prinzip enthalten. All das, was eine Pflanze ausmacht, läßt sich vom Wesen her ableiten und auf das Wesen zurückführen: Farben, Form, Standort, Heilwirkung usw.. Zwischen dem Wesen einer Heilpflanze und der Psyche des Menschen bestehen enge Wechselbeziehungen. Menschliches Empfinden beeinflußt Wachstum und Entwicklung der Pflanze. Umgekehrt wirkt das Pflanzenwesen auch auf die Seele des Menschen.
Die Signatur ist ein Schlüssel zum Verständnis des Wesens der Pflanze. Sie ist die Summe aller ihrer Lebensäußerungen, z. B. Gestalt, Farbe, Konsistenz, Duft und Geschmack. Auch Standort, Heimat und Blütezeit sowie die gesamte Pflanzengebärde gehören dazu. Paracelsus schreibt in seinem Buch "Von den natürlichen Dingen":
"Die Natur zeichnet ein jegliches Gewächs, das von ihr ausgeht, zu dem, dazu es gut ist. Darum, wenn man erfahren will, was die Natur gezeichnet hat, so muß man es an den Zeichen erkennen, welche Tugenden in ihm sind."
Die Wesenserkenntnis der Pflanze erfordert neben der Wahrnehmung der Pflanze mit allen Sinnen auch den Zugang zur Pflanze auf intuitivem Weg. Erkenntnisse aus der intuitiven Wahrnehmung der Pflanze müssen sich wiederum in Gestalt und Signatur bestätigt finden, wenn sie verläßlich sein sollen. Die drei Wirkprinzipien und ihre Umsetzung in das Heilmittel
Schon immer haben sich die Menschen gefragt, welche Prinzipien für die Wirkung einer Heilpflanze verantwortlich sind. Unsere Antwort auf diese Frage ist dreigliedrig.
Die Naturwissenschaft geht davon aus, daß bestimmte Inhaltsstoffe einer Pflanze für ihre Heilwirkung verantwortlich sind, z. B. Alkaloide, Flavonoide, Terpene und andere. Diese Betrachtungsweise hat primär die stofflich-materielle Ebene in ihrem Fokus. Daraus haben sich Monopräparate mit hochdosierten pflanzlichen Einzelwirkstoffen entwickelt. Mittlerweile wird man sich jedoch immer bewußter, daß Pflanzenextrakte Vielstoffgemische sind. Jeder einzelne Wirkstoff zielt in eine etwas andere Richtung und auf diese Weise ergänzen sie sich. Gegenüber Monosubstanzen ist ein Pflanzenextrakt in seiner Wirkung weniger direkt und weniger aggressiv. Die therapeutische Breite ist größer und die leichte Giftwirkung bei der Höherdosierung tritt wesentlich später ein. Nicht der Einzelwirkstoff, sondern der Gesamtextrakt der Pflanze in seiner natürlichen Komposition erzielt häufig die beste Wirkung.
Neben der stofflich-materiellen Ebene gibt es es ein zweites Wirkprinzip: die Ebene der Information. Die pharmazeutisch nachweisbaren Wirkstoffe stellen das materielle Wirkprinzip dar. Die Information dagegen das immaterielle Prinzip. Mit der Heilkraft der Information z. B. einer Heilpflanze oder einer tierischen bzw. mineralischen Substanz arbeiten die homöopathischen Arzneimittel. Homöopathische Hochpotenzen enthalten keine Wirkstoffe der Ausgangssubstanz mehr, da diese durch das spezifische homöopathische Herstellungsverfahren entfernt wurden. Dafür kann sich das immaterielle Wirkprinzip - übertragen auf den Trägerstoff Alkohol oder Milchzucker - um so intensiver entfalten. Das immaterielle Wirkprinzip Information bedient sich - befreit vom stofflichen Prinzip der Wirkstoffe der Ausgangssubstanz - eines materiellen Trägers, der die Funktion eines Vermittlers zwischen Information und Organismus übernimmt.
Das materielle Prinzip pharmakologisch nachweisbarer Wirkstoffe und das immaterielle Prinzip der Information stehen in einem polaren Verhältnis zueinander. Das dritte Wirkprinzip - Wesen und Lebensenergie - steht in der Mitte zwischen beiden Polaritäten, verbindet sie und verhilft beiden dadurch zur höchsten Entfaltung. Das Wesen einer Heilpflanze ist ihr Charakter, ihre innere Idee. Mittels der Lebensenergie der Pflanze nimmt ihre Idee in der Materie Gestalt an. Wesen und Lebensenergie sind das Kommunizierende zwischen Materie und Information. Sie ermöglichen sowohl den Wirkstoffen als auch der Information ihre Verwirklichung im therapeutischen Prozess. Daraus wird verständlich, daß eine Heilpflanze ihr höchstes Potential erst dann entfalten kann, wenn b e i d e Pole, Materie und Information, im Heilmittel enthalten sind. Nur wenn Wirkstoffe und Information gleichzeitig im Präparat anwesend sind, kann das Verbindende - Wesen und Lebensenergie - zur vollen Kraftentfaltung der Pflanze im erkrankten Organismus kommen. In der homöopathischen Hochpotenz gibt es keine materiellen Wirkstoffe mehr. Hier steht das zweite Wirkprinzip, die Information, im Vordergrund. Und in den hochdosierten Monosubstanzen ist die Materie derart verdichtet, daß die Information der Pflanze in ihnen nur noch schwach enthalten ist. In den Urtinkturen gelingt die Verbindung der Gegensätze. Es sind Urtinkturen von höchster biologischer Qualität, die das ganze Spektrum ihrer Wirkstoffe in aller Vollständigkeit enthalten. Durch die Handarbeit und den achtsamen, rhythmischen Herstellungsprozess erfahren die Heilpflanzen eine Steigerung ihres Wirkungsgrades, die der Information, dem zweiten Wirkprinzip, zur vollen Entfaltung verhilft. Die Hochwertigkeit der Ausgangssubstanz verbunden mit einer Steigerung des Wirkungsgrades im Herstellungsprozess ermöglichen die volle Entfaltung von Wesen und Lebensenergie der Heilpflanze. Das ist der tiefste Grund für die hohe Wirksamkeit unserer Präparate selbst bei einer Dosierung, die bemerkenswert gering ist. Wer mit Hilfe einer Urtinktur die Wirkungsentfaltung einer Heilpflanze im eigenen Körper erlebt hat, bekommt eine Vorstellung von der großen Kraft, die uns die Schöpfung über den Weg der Heilpflanze für unser Gesundwerden und unser Heilsein zur Verfügung stellt.
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